KOF-Sommerprognose - Schweizer BIP-Schätzung für 2017 gesenkt

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat ihre Wachstumserwartungen für die Schweiz im laufenden Jahr etwas gesenkt.
23.06.2017 09:26
Touristen bestaunen den Rheinfall bei Schaffhausen.
Touristen bestaunen den Rheinfall bei Schaffhausen.
Bild: cash

Neu rechnet sie für 2017 mit einem BIP-Wachstum von 1,3%, nach +1,5% in der März-Prognose. Für 2018 erhöhen aber die KOF-Ökonomen ihre Prognosen auf +2,1%, wie sie am Freitag mitteilten. Im März war noch von +1,9% die Rede.

Insgesamt schlägt aber die KOF in ihrer Sommerprognose positive Töne an; das Konjunkturbild helle sich weiter auf. Vor allem dank der anziehenden internationalen Wirtschaftsentwicklung gewinne die Schweizer Konjunktur an Schwung. Die Preise stiegen allmählich wieder, die Arbeitslosigkeit werde aber auf ihrem aktuellen Niveau verharren.

Die gesenkte BIP-Schätzung für das laufende Jahr ist laut KOF dem schwachen Konjunkturverlauf im ersten Quartal 2017 geschuldet. Die Einschätzung der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung sei aber eher leicht positiver als noch im März, betonen die KOF-Ökonomen.

Insbesondere die Exportwirtschaft profitierte von der jüngsten Entspannung beim Schweizer Franken sowie der guten internationalen Konjunktur. Die KOF rechnet für ihre Prognose mit einem Kurs von 1,09 CHF/EUR für die kommenden Monate.

Preisniveau wird wieder langsam steigen

In der Folge rechnet das Institut mit einem Exportwachstum von 2,9% in diesem und 3,3% im kommenden Jahr. Für den privaten Konsum werden indes Wachstumsraten von "nur" 1,2% resp. 1,0% veranschlagt.

Die Ausrüstungsinvestitionen bleiben laut KOF insgesamt schwach mit -0,2% in 2017 und +0,2% im kommenden Jahr. Die Bauinvestitionen dürften sich hingegen langsam erholen und nach 1,2% in diesem Jahr um 2,2% in 2018 wachsen.

Das Preisniveau wird gemäss der KOF wieder langsam steigen mit jeweils +0,3% in 2017 und 2018. Der Anstieg sei aber so gering, dass eine Verschärfung der Geldpolitik laut KOF unwahrscheinlich ist. Eine solche werde wohl auch einen Abbau der Devisenreserven der SNB verunmöglichen und eher erneute Devisenkäufe nach sich ziehen. Die Kurzfristzinsen würden sich daher nicht verändern; die längerfristigen Zinsen nur leicht.

Mit Blick auf die Arbeitsmarktsituation erwartet die KOF eine Arbeitslosenquote von jeweils 3,2% im laufenden und im nächsten Jahr. Die Arbeitslosenquote gemäss der International Labour Organization (ILO) dürfte 2017 bei 4,9% und 2018 bei 4,8% liegen.

(AWP)