Konjunktur Asien - Chinas Exporte sinken so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr

Den chinesischen Exporteuren ist im Dezember 2018 überraschend die Puste ausgegangen. Dennoch hat China hat seine Ausfuhren im vergangenen Jahr so kräftig gesteigert wie zuletzt 2011.
14.01.2019 05:22
Schiffscontainer im Tiefwasserhafen Yangshan südlich von Shanghai, China.
Schiffscontainer im Tiefwasserhafen Yangshan südlich von Shanghai, China.
Bild: Bloomberg

Ihre Ausfuhren schrumpften im Dezember um 4,4 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr, wie die Zollbehörde am Montag in Peking mitteilte.

Das kommt überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen waren von einem Wachstum von drei Prozent ausgegangen. Grund für das schlechtere Abschneiden dürfte neben dem Handelskonflikt mit den USA die nachlassende globale Nachfrage sein. Die Importe fielen sogar um 7,6 Prozent niedriger aus. Auch hier war ein Plus erwartet worden.

Die Daten deuten darauf hin, dass die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt am Jahresende mehr an Schwung verloren haben könnte als bislang angenommen. Die Regierung versucht mit einer Reihe von Maßnahmen gegenzusteuern - von höheren Infrastrukturausgaben bis zu Steuersenkungen.

Dennoch hat China hat seine Ausfuhren im vergangenen Jahr so kräftig gesteigert wie seit 2011 nicht mehr. Sie wuchsen um 9,9 Prozent im Vergleich zu 2017. Die Importe legten mit 15,8 Prozent deutlich stärker zu. Der vor allem von US-Präsident Donald Trump kritisierte Handelsüberschuss schrumpfte dadurch auf rund 352 Milliarden Dollar. Das ist der niedrigste Wert seit 2013.

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er stört sich auch am hohen Handelsdefizit seines Landes mit der Volksrepublik: Es summierte sich chinesischen Angaben zufolge 2018 auf 323 Milliarden Dollar. Trump hat deshalb Strafzölle auf chinesische Waren eingeführt, worauf Peking mit höheren Zöllen auf amerikanische Waren reagierte.

Angesichts des Zollstreits und der Abkühlung der Weltkonjunktur will sich China 2019 ein weniger ehrgeiziges Wachstumsziel setzen. Die Führung werde voraussichtlich nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,0 bis 6,5 Prozent anpeilen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Politikkreisen. Für 2018 hatte die Regierung noch ein Plus von "rund 6,5 Prozent" als Ziel ausgegeben.

(Reuters)