Konjunktur  - Schwedische Corona-Rezession milder als in Euro-Zone

Die schwedische Wirtschaft ist in der Corona-Krise nicht so stark abgestürzt wie die in anderen europäischen Ländern.
05.08.2020 13:44
Das Bruttoinlandsprodukt in Schweden brach im zweiten Quartal um 8,6 Prozent zum ersten Vierteljahr ein.
Das Bruttoinlandsprodukt in Schweden brach im zweiten Quartal um 8,6 Prozent zum ersten Vierteljahr ein.
Bild: pixabay.com

Das Bruttoinlandsprodukt brach im zweiten Quartal im Rekordtempo von 8,6 Prozent zum ersten Vierteljahr ein, wie das Statistikamt am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Während der weltweiten Finanzkrise Ende 2008 war es nur um 3,8 Prozent gefallen. Schweden beschreitet in der Pandemie einen Sonderweg: Die meisten Schulen und viele Unternehmen blieben offen, während anderswo zu drastischeren Massnahmen gegriffen wurde.

"Die Wirtschaftskrise in der ersten Jahreshälfte spielt in einer ganz anderen Liga als die Horrorshows anderswo in Europa", sagte Ökonom David Oxley von Capital Economics zur konjunkturellen Entwicklung in Schweden. Zum Vergleich: Die Euro-Zone insgesamt stürzte im Frühjahr um 12,1 Prozent ab, die Europäischen Union um 11,9 Prozent. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte um 10,1 Prozent, die spanische um 18,5 Prozent und die italienische um 12,4 Prozent.

Allerdings ist der schwedische Sonderweg in der Corona-Krise umstritten. So ist die Zahl der Todesopfer mit 5747 recht hoch - etwa im Vergleich mit den nordischen Nachbarn: In Norwegen starben in Zusammenhang mit Covid-19 nach Angaben der Johns Hopkins University bislang 256 Menschen, in Finnland 331 und in Dänemark 616. Auch liegt die Arbeitslosenquote in Schweden aktuell mit 9,2 Prozent über dem Schnitt der Euro-Zone von 7,8 Prozent, nachdem es zuvor jahrelang umgekehrt war.

(Reuters)