Konjunktur- und Zinssorgen belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat den Aufwärtstrend am Montag wieder aufgenommen. Steigende Anleihenrenditen und Zweifel am konjunkturellen Aufschwung in den USA dämpften den Anlageappetit der Marktteilnehmer.
17.10.2016 17:30
Die Kurse an der Schweizer Börse sind am Montag mehrheitlich im roten Bereich.
Die Kurse an der Schweizer Börse sind am Montag mehrheitlich im roten Bereich.
Bild: cash

Sie neigten eher dazu kurzfristig erzielte Gewinne zu realisieren. "Die Anleger sind nervös und verunsichert", sagte ein Händler. "Da sitzt der Finger locker." Der SMI notierte mit 8001 Punkten um 1,1 Prozent tiefer. Am Freitag war der Leitindex um 1,1 Prozent gestiegen.

Die Zinspolitik der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) blieben die kursbewegenden Faktoren, sagten Händler. Daher gingen die Marktteilnehmer vor der Bekanntgabe zahlreicher Firmenbilanzen und Konjunkturzahlen sowie dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank keine Risiken ein.

Neue Konjunkturdaten aus den USA gaben den Börsianern allerdings keine neuen Hinweise auf die künftige Geldpolitik. Das Konjunkturbarometer der New Yorker Fed für das verarbeitende Gewerbe im Oktober enttäuschte die Anleger mit einem Minus von 6,80 Punkten. Die Industrieproduktion stieg dagegen im September um 0,1 Prozent. Die Kapazitätsauslastung war mit 75,4 Prozent einen Tick niedriger als erwartet

US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte am Freitag erklärt, die Finanzkrise 2008/2009 habe gezeigt, dass die Fed künftig stärker beim Ankurbeln der Wirtschaft gefordert sein werde, um ein Ausschöpfen des wirtschaftlichen Potenzials sicherzustellen. .

Am Donnerstag veröffentlicht die EZB die geldpolitischen Beschlüsse. Eine Änderung der Leitzinsen sei in Analystenkreisen nahezu ausgeschlossen, sagte ein Händler. "Dies wird ein EZB-Ereignis der Worte, nicht der Taten werden."

Warten auf Unternehmenszahlen

Im Laufe der Woche werden der Spediteur Kühne+Nagel , die Softwarefirma Temenos, die Pharmakonzerne Actelion und Roche, der Lebensmittelmulti Nestle und der Anlagenbauer Sulzer Einblick in ihre Geschäfte geben.

Die stärksten Abschläge unter den Bluechips verbuchten die Aktien von Richemont und Swatch mit jeweils über drei Prozent minus. Die Titel der beiden Luxusgüterhersteller waren in den vergangenen Handelstagen massiv gestiegen.

Druck auf dem Markt übten die schwergewichtigen Pharmatitel Roche und Novartis aus, die um 1,3 Prozent und 1,2 Prozent verloren. Nestle, ein weiteres Schwergewicht, büsste 1,1 Prozent ein. Fast drei Viertel des Indexverlusts war diesen drei Werten geschuldet. Actelion schwächten sich ebenfalls um 0,8 Prozent ab. Nestle und Roche werden am Donnerstag den Umsatz und Actelion einen ausführlichen Bericht zum dritten Quartal veröffentlichen. Investoren wollten sich wohl gegen eine Ergebnisenttäuschung wappnen, sagte ein Händler.

Syngenta-Papiere knapp gehalten

Besser schlugen sich die unverändert notierenden Aktien von Syngenta. Am Freitag hatten sich verunsicherte Anleger von den Aktien des Pflanzenschutzmittelproduzenten getrennt. Ein Bericht über eine Grossfusion in der chinesischen Chemie-Industrie hatte Zweifel am Zustandekommen der Syngenta-Übernahme durch ChemChina geweckt.

Bei den Papieren zyklischer Firmen fielen der Elektrotechnikkonzern ABB und der Zementriese LafargeHolcim mit nur leichten Verlusten von 0,4 Prozent auf. Die Papiere der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Personalvermittlers Adecco gaben stärker nach. Clariant stiegen 0,2 Prozent. Sulzer sanken vor den am Donnerstag erwarteten Angaben zur Auftragsentwicklung um 1 Prozent.

Die Aktien der Banken schwächten sich meist ab. Am Freitag waren sie im Fahrwasser besser als erwarteter Ergebnisse ihrer US-Konkurrenten gestiegen. Die Titel der Credit Suisse fielen um 0,8 Prozent und die von Rivale UBS um 1 Prozent. Julius Bär wurden um 1,2 Prozent niedriger bewertet.

Die Aktien von Kühne+Nagel bröckelten am Tag vor Bekanntgabe des Quartalsergebnisses um 0,7 Prozent ab. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen leicht höheren Gewinn.

(Reuters)