Konjunktur - Zuversicht der Börsianer für Deutschland steigt unerwartet

Börsenprofis blicken überraschend optimistisch auf die deutsche Konjunktur. Das Barometer für ihre Erwartungen im kommenden halben Jahr stieg im September um 3,1 Zähler auf minus 10,6 Punkte.
11.09.2018 11:14
Blick in die Börse in Frankfurt.
Blick in die Börse in Frankfurt.
Bild: Bloomberg

Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 197 Analysten und Anlegern mit. Ökonomen hatten einen Rückgang auf minus 14,0 erwartet. Das Barometer liegt aber weiter klar unter seinem langfristigen Durchschnitt von plus 22,9 Punkten.

"Während der Umfrageperiode verstärkten sich die Währungskrisen in der Türkei sowie in Argentinien, außerdem waren die deutsche Industrieproduktion und die Auftragseingänge im Juli überraschend schwach", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Trotz dieser ungünstigen Einflüsse hat sich der Ausblick für Deutschland leicht verbessert." Das könne mit der Einigung zwischen den USA und Mexiko auf ein neues Handelsabkommen zusammenhängen. Ein weltweit zunehmender Protektionismus würde Export-Europameister Deutschland besonders treffen.

Die führenden Forschungsinstitute sagen Europas größter Volkswirtschaft bis mindestens 2020 einen stabilen Aufschwung voraus. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt jährlich zwischen 1,7 und 2,0 Prozent wachsen. Treiber ist zum einen der von niedrigen Zinsen und dem enormen Bedarf an Wohnungen getriebene Bauboom, zum anderen der von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen gespeiste private Konsum.

(Reuters)