Konjunktur - Zyklische Aktien senden Kaufsignal für Anleihen

Eine Underperformance von konjunktursensiblen US-Aktien und einbrechende Gewinnrevisionsschätzungen deuten darauf hin, dass der Höhepunkt des Zyklus sich dem Ende nähert.
20.10.2018 08:06
Trader in der Börse an der Wallstreet in New York.
Trader in der Börse an der Wallstreet in New York.
Bild: Bloomberg

Das schreiben die Strategen Jabaz Mathai und Jason Williams in einer Notitz an Kunden. Das Fazit für Investoren: "Anleihen in Schwächephasen kaufen."

Zyklische Aktien haben sich seit dem Sommer weniger gut entwickelt als defensive Werte, die sich in einer Konjunkturabschwächung tendenziell besser halten. Im gleichen Zeitraum trugen robuste US-Daten zu einem Rückgang der Treasuries bei. Diese Divergenz wird nach Ansicht des Citigroup-Teams wohl kaum anhalten. Der MSCI USA Cyclical Sectors-Defense Sectors Return Spread Index ist sechs aufeinander folgende Wochen gefallen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

Die Strategen sehen auch ein gewisses Risiko, dass die Federal Reserve angesichts des anhaltenden Ausverkaufs bei Aktien von einer für Dezember erwarteten Zinserhöhung Abstand nehmen wird - ein Schritt, der wiederum dem Bondmarkt helfen würde. Die geldpolitischen Entscheidungsträger der Fed wollen möglicherweise die politische Gegenreaktion und einen Rückgang beim Verbrauchervertrauen vermeiden, die auf eine Zinserhöhung während eines Kurseinbruchs am Aktienmarkt erfolgen würden, lautet die Analyse der Citigroup.

"Die überwiegende Konsensmeinung zum gegenwärtigen Zeitpunkt lautet, dass es sich hier um eine vorübergehende Korrektur bei den Aktien handelt, die sich - wie schon im Februar - wieder zurückbilden wird", schreiben die Citigroup-Strategen. Sollten jedoch die Spannungen im Handel anhalten, so sei es wahrscheinlich, dass "das insulare US-Wachstumsthema zu Ende gehen wird", heißt es weiter.

(Bloomberg)