Konjunkturdaten - US-Preisdaten lassen Aktienkurse rutschen - Zinsängste zurück

Ein überraschend starker Preisanstieg in den USA hat am Mittwoch den Spekulationen auf schnell steigende US-Zinsen neuen Auftrieb gegeben.
14.02.2018 15:15
Experten gingen für Januar 2018 von einer US-Inflation bei 1,9 Prozent aus.
Experten gingen für Januar 2018 von einer US-Inflation bei 1,9 Prozent aus.
Bild: Bloomberg

Die Konsumentenpreise kletterten im Januar um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Experten hatten lediglich mit 1,9 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte die Teuerung ebenfalls bei 2,1 Prozent gelegen. Zum Vormonat zogen die Preise im Januar um 0,5 Prozent an. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.

Diese Zahlen haben sogleich die Gewinne an der Schweizer Börse gedämpft. Der Leitindex notierte am Mittwoch unmittelbar nach der Bekanntgabe der Zahlen noch um 0,2 Prozent höher mit 8772 Zählern. Kurz zuvor stand der SMI noch mit 1 Prozent im Plus.

Die Reaktion im SMI nach Bekanntgabe der US-Inflationsrate um 14.30 Uhr war deutlich. (Quelle: www.cash.ch)

Auch an anderen Aktienmärkten ging es nach Bekanntgabe der US-Daten bergab. Der Dax drehte nach Vorlage der Daten ins Minus und notierte mit 12.133 Punkten 0,5 Prozent niedriger. Der EuroStoxx50 lag 0,4 Prozent tiefer bei 3327 Zählern. Auch die US-Futures drehten ins Minus. Die Wall Street dürfte somit zur Eröffnung etwas mehr als ein Prozent verlieren.

"Das ist der nächste Schock für die Investoren", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensberater QC Partners. "Eine restriktivere Geldpolitik der Fed wird damit noch wahrscheinlicher." In der vergangenen Woche hatten Spekulationen auf raschere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed ein Börsenbeben ausgelöst. Denn weltweit hängen die Aktienmärkte seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren am Tropf der Zentralbanken.

Detailhändler mit enttäuschenden Zahlen

Im Januar waren die US-Konsumentenpreise insgesamt und in der Kernrate - ohne die stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel - stärker als erwartet gestiegen. Zugleich setzten die Detailhändler in der weltgrössten Volkswirtschaft weniger als erwartet um. Dies lasse gleichzeitig Fragen über den Zustand der US-Wirtschaft aufkommen, sagte Altmann. "Immer mehr spricht dafür, dass der aktuelle Zyklus seinen Höhepunkt bereits erreicht oder überschritten hat."

Auch am Anleihenmarkt ging es mit den Kursen nach unten. Amerikanische Staatsanleihen haben mit Kursverlusten und einem deutlichen Anstieg der Renditen auf neue Daten zur Preisentwicklung in den USA reagiert. Richtungsweisende zehnjährige US-Anleihen rutschten um 13/32 Punkte auf 98 28/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,87 Prozent. 

Am Rohstoffmarkt standen die Ölpreise wieder unter Druck. Rohöl aus der Nordsee verbilligte sich um ein Prozent auf 62,21 Dollar je Barrel (159 Liter). Anleger spekulierten auf steigende US-Rohölbestände. Die amtlichen Wochendaten wurden für den Nachmittag erwartet.

(cash/Reuters)