Konjunkturflaute belastet Japans Notenbank

Japans Notenbank will die Geldschleusen angesichts einer drohenden Rezession bei Bedarf weiter öffnen.
15.03.2016 12:48
Die Bank of Japan lässt den Negativzins bei 0,1 Prozent.
Die Bank of Japan lässt den Negativzins bei 0,1 Prozent.
Bild: Bloomberg

Sie äusserte sich am Dienstag skeptischer zur Wirtschaft. Zugleich geht sie davon aus, dass sie die unerwünscht niedrige Inflation nicht so schnell anheizen kann wie gedacht. Die Bank of Japan (BoJ) flutet die Märkte mit dem Ankauf von Anleihen und Wertpapieren im Volumen von jährlich 80 Billionen Yen (rund 635 Milliarden Euro). Dennoch kommt die Konjunktur nicht wie erhofft in Gang: Die Erholung setze sich zwar moderat fort, Exporte und Produktion entwickelten sich aber nur schleppend, teilte die BoJ mit.

"Das abgeschwächte Konjunkturbild ist ein Vorspiel für eine weitere geldpolitische Lockerung", konstatierte Ökonom Hiroaki Muto vom Tokai Tokyo Research Center. Laut Notenbankchef Haruhiko Kuroda ist der Werkzeugkasten der BoJ gut bestückt: "Wir haben uns aber nicht auf irgendwelche Schritte festgelegt", betonte Kuroda. Da der Wirtschaft ein Rückfall in die Rezession drohe, werde die Notenbank im April voraussichtlich ihre Wachstums- und Inflationsprognosen nach unten revidieren, erfuhr Reuters von Insidern. Die Wirtschaft war Ende 2015 geschrumpft und könnte laut Ökonomen auch Anfang 2016 auf Talfahrt geblieben sein.

Umstrittener Strafzins

Derzeit ist die BoJ dabei, die Wirkung der erst im Januar beschlossenen Strafzinsen für Banken zu bewerten. Die Finanzinstitute müssen auf einige ihrer bei der Zentralbank geparkten Reserven eine Zwangsgebühr von 0,1 Prozent zahlen. Das Kalkül dahinter: Banken sollen mehr Kredite vergeben und weniger Geld horten.

Mittlerweile ruderte die Notenbank aber leicht zurück und liess einige Ausnahmen beim Strafzins zu, die sich auf rund 80,8 Milliarden Euro summieren. Sie reagierte damit auf Warnungen aus der Wertpapierbranche, dass sie Investitionen bremse. Zugleich strich sie eine Passage aus ihrem Kommunique, wonach sie den Negativzins bei Bedarf verschärfen werde. Diese Möglichkeit sei allerdings nicht völlig vom Tisch, betonte Kuroda. In der Notenbank ist der Strafzins umstritten: Zwei der neun obersten Währungshüter wollen ihn abschaffen. Analysten tippen darauf, dass die BoJ lieber ihr Bondprogramm ausweiten wird, um die Wirtschaft anzuschieben.

(Reuters)