Konjunkturforschungsstelle KOF - Schweizer Konjunkturbarometer steigt über erwarten

Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ist im Februar deutlich höher ausgefallen als im Vormonat.
28.02.2017 09:30
«Süsse» Konjunkturzahlen für den Februar kommen vor allem aus der Schweizer Industrie (im Bild Schokoladeproduktion bei Lindt & Sprüngli).
«Süsse» Konjunkturzahlen für den Februar kommen vor allem aus der Schweizer Industrie (im Bild Schokoladeproduktion bei Lindt & Sprüngli).
Bild: ZVG

Es stieg um 5,2 Punkte auf 107,2 Zähler, wobei der Januarwert um 0,3 auf 102,0 nach oben revidiert wurde. Dieser deutliche Sprung auf ein Niveau klar über dem langfristigen Mittel signalisiere für die nähere Zukunft überdurchschnittliche Wachstumsraten für die Schweizer Wirtschaft, teilte die Forschungsstelle am Dienstag mit.

Der ausgewiesene Wert liegt auch deutlich über den Erwartungen. Von AWP befragte Ökonomen hatten für das Barometer lediglich einen Stand zwischen 102,0 bis 104,0 Punkten prognostiziert.

Das Barometer ist laut KOF auf ein Niveau gestiegen, das es zuletzt Ende 2013 angezeigt hatte. Der Aufwertungsschock von Anfang 2015 scheine somit gesamtwirtschaftlich überwunden zu sein, meint die KOF.

Industrie als Wirtschaftslokomotive

Die stärksten positiven Beiträge stammen den Angaben zufolge aus der Industrie, gefolgt mit weitem Abstand vom Gastgewerbe. Leicht positive Signale kommen aus dem Finanzsektor, der Exportwirtschaft und dem Baugewerbe, während die Indikatoren zum inländischen Konsum gegenüber dem Vormonat praktisch unverändert sind.

Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes wurde der verbesserte Ausblick insbesondere in den Branchen Papier-, Textil-, Elektroindustrie und Maschinenbau sichtbar, auch die Architekten sind optimistischer als zuvor. Die übrigen Industriebranchen verzeichnen dagegen kaum Änderungen gegenüber dem Vormonat.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Konjunktur. Es ist ein Sammelindikator, der sich aus 272 Einzelindikatoren zusammensetzt. Diese werden über statistisch ermittelte Gewichte zu einem Gesamtindikator zusammengefasst.

(AWP)