Konjunkturhoffnung schiebt SMI an

Besser als erwartete Daten vom US-Immobilienmarkt und von der US-Industrie haben der Schweizer Börse am Dienstag Auftrieb gegeben.
01.03.2016 17:30
Die Kurse an der Schweizer Börse legen am Dienstag  zu.
Die Kurse an der Schweizer Börse legen am Dienstag zu.
Bild: ZVG

Dazu kamen laut Händlern der höhere Ölpreis und die Hoffnung auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der grossen Zentralbanken. Zudem ermunterten gute Firmenergebnisse die Anleger zu Käufen. Der SMI stieg um 1,5 Prozent auf 7962 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 0,4 Prozent gesunken.

"Es ist verrückt, aber eigentlich schwache Daten wie die Einkaufsmanagerindizes aus China und der Euro-Zone und zuletzt auch aus den USA erwiesen sich als positiv für den Markt", sagte ein Händler. Denn nun dürften die Zentralbanken aktiv werden.

Fed-Mitglied William Dudley signalisierte eine langsame Gangart bei weiteren Zinsschritten der US-Notenbank. Kommende Woche veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsentscheid. Im Markt werden weitere Massnahmen der Währungshüter zur Ankurbelung der Konjunktur erwartet, nachdem EZB-Chef Mario Draghi jüngst entsprechende Signale ausgesandt hatte. Und auch in China rechnen die Anleger mit einem ähnlichen Vorgehen.

Im Mittelpunkt standen Firmen, die Geschäftszahlen veröffentlichten. "Gute Ergebnisse werden belohnt, schlechte Ergebnisse werden abgestraft", sagte ein Händler.

Swiss Life mit Kurssprung

Nach einem besser als erwarteten Ergebnis und einer grosszügigen Dividendenerhöhung griffen die Anleger zu den Aktien von Swiss Life. Die Titel des Lebensversicherers legten 5,2 Prozent zu. Auch andere Versicherungswerte gewannen Terrain.

Die GAM-Aktien stiegen um 2,8 Prozent. Der Vermögensverwalter verzeichnete 2015 zwar einen Gewinnrückgang, verdiente allerdings besser als von Analysten erwartet . Die ZKB erhöhte ihre Empfehlung auf "Übergewichten" von "Marktgewichten". GAM will längerfristig deutlich wachsen. Dafür will sich die Firma grünes Licht für eine mögliche spätere Kapitalerhöhung holen. Neben Akquisitionen soll auch das bestehende Geschäft einen gewichtigen Beitrag liefern, sagte CEO Alexander Friedman zu Reuters.

Der Anlagenbauer Georg Fischer überzeugte die Anleger mit einem guten Ergebnis und äusserte sich zuversichtlich zu den weiteren Geschäftsaussichten. Der Kurs stieg um 2 Prozent.

Nach einem überraschenden Wechsel an der Konzernspitze und einem unerwartet hohen Verlust trennten sich die Anleger von den Oerlikon-Aktien; sie verloren 2 Prozent.

Bei den mehrheitlich fester tendierenden Standardwerten lagen die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär und Papiere zyklischer Firmen an der Spitze. Die Bär-Titel gewannen 3,7 Prozent. Die Papiere der Grossbanken Credit Suisse und UBS stiegen 3,2 und 2,4 Prozent.

Die Titel des Personalvermittlers Adecco machten mit einem Kursgewinn von zwei Prozent den Vortagsverlust mehr als wett. Adecco wird kommende Woche als eine der letzten unter den Bluechip-Unternehmen den Jahresbericht veröffentlichen.

Gefragt waren auch die Anteile des Uhrenkonzerns Swatch und die Scheine von Rivale Richemont.

Die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim, dessen Ergebnis Mitte März veröffentlicht wird, rückten 1,6 Prozent vor.

Schwergewichtige Pharmatitel hinken hinten nach

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche hinkten dem Gesamtmarkt mit Anstiegen um 0,9 und 1,1 Prozent leicht hinterher. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle gewannen 2,1 Prozent.

Am breiten Markt kletterten die Aktien von Myriad um 3,7 Prozent. Die Mobiltelefon-Softwarefirma bringt in Lateinamerika eine neue Version ihres Kurznachrichtendienstes Versy auf den Markt. Zudem erhole sich Myriad vom Ausverkauf in der Vorwoche, hiess es.

Die Aktien von Panalpina stiegen um 3,7 Prozent und holten damit einen Grossteil des Vortagesabschlags auf. Am Montag hatten sich die Anleger nach dem Jahresbericht von den Aktien getrennt. In einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" sagte Konzernchef Peter Ulber, er erwarte wegen des belastenden Einflusses des Öl- und Gasgeschäfts keinen Gewinnschub im laufenden Jahr.

Ein schwaches Ergebnis schickte die Anteile von Newron auf Talfahrt. Die Biotechnologiefirma weitete den Verlust 2015 auf 22,8 Millionen Euro aus.

(Reuters)