Konjunktursorgen plagen Schweizer Anleger

Konjunktursorgen hielten die Schweizer Börse auch am Mittwoch fest im Griff. Der fallende Ölpreis und enttäuschende Konjunkturzahlen aus den USA und China verstärkten im Verlauf den Verkaufsdruck.
03.02.2016 17:35
Düsterer Handelstag: Die Schweizer Börse verliert am Mittwoch.
Düsterer Handelstag: Die Schweizer Börse verliert am Mittwoch.
Bild: cash

Über weiten Strecken konnte ein starker Kursanstieg bei Syngenta die Rückgänge auffangen. Zum Handelsschluss steht der Leitindex SMI aber dennoch 0,9 Prozent im Minus bei 8124 Punkten.

Die Marktteilnehmer werteten die fallenden Ölpreise als Zeichen, dass es um die Weltwirtschaft alles andere als gut steht. Sorge bereitet ihnen insbesondere die schwächelnde Konjunktur im wichtigen Absatzmarkt China. Daher machten Anleger derzeit eher einen Bogen um Aktien, heisst es. Zudem liess in den USA das Wachstumstempo der Dienstleister im Januar stärker als erwartet nach.

Ein Übernahmeangebot der China National Chemical Corporation (Chemchina) lässt die Titel von Syngenta um 2,7 Prozent auf 403 Franken steigen. Zeitweise betrug das Kursplus gut 7 Prozent. Chemchina hat für den Saatgut- und Pflanzenschutzhersteller ein 43 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot vorgelegt. Der chinesische Staatskonzern bietet den Aktionären 465 Dollar in bar zuzüglich einer Sonderdividende. Das derzeitige Management von Syngenta soll an Bord bleiben und längerfristig solle Syngenta wieder an die Börse kommen. "Was lange kolportiert wurde, wird nun endlich wahr", sagt ein Händler. Der deutlich unter dem Angebotspreis liegende Kurs zeige jedoch, dass es noch gewisse Zweifel am Zustandekommen der Übernahme gebe, sagt der Händler. "Die US-Behörden könnten den Deal verzögern", sagt ein anderer Börsianer. Das Jahresergebnis - 2015 sackte der Gewinn von Syngenta um 17 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar ab - sei zweitrangig und entspreche in etwa den Erwartungen, heisst es.

Swatch nach schlechten Zahlen unter Druck

Die Aktien von Swatch sinken nach einem schlechter als erwarteten Jahresergebnis um 1,4 Prozent. Der Uhrenkonzern hat 2015 einen Gewinnrückgang von 21 Prozent verzeichnet. Swatch kündigte zudem einen Aktienrückkauf an. Bis 2019 sollen Inhaber- und Namenaktien für bis zu einer Milliarde Franken gekauft werden.

Die ABB-Aktien fallen trotz des von Analysten als solide beurteilten Jahresabschlusses 0,5 Prozent. Der Gewinn des Elektrotechnikkonzerns ist 2015 zwar um ein Viertel auf 1,93 Milliarden Dollar eingebrochen. Die Verbesserungen bei Margen und Cashflow seien jedoch positiv. Auch die Dividendenerhöhung komme gut an, heisst es.

Die Finanzwerte weiteten im Verlauf europaweit die Kursverluste aus. Der Bankenindex sackt um 2,5 Prozent ab. UBS sinken um weitere 0,6 Prozent, nachdem die Aktie der Grossbank nach der Bilanzvorlage bereits am Dienstag eingebrochen war.

Einen bewegten Verlauf zeigten die Anteile der Credit Suisse. Sie schwankten zwischen plus 4 und minus 2 Prozent. Spekulationen, die Bank könnte Teile ihres Investmentbankings an den US-Konkurrenten Wells Fargo verkaufen, sorgten für steigende Kurse. Nach einem Dementi der US-Bank fällt der Kurs mit 2,1 Prozent ins Minus. Credit Suisse wird am Donnerstag das Jahresergebnis veröffentlichen.

Auch Defensive geben nach

Bei den Schwergewichten rutschen die Pharmakonzerne Novartis und Roche um 1,7 und 1,3 Prozent ab. Der Lebensmittelwert Nestlé ermässigt sich um 0,4 Prozent. 0,6 Prozent höher sind Givaudan. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hatte am Dienstag ein gutes Ergebnis präsentiert, das von Analysten gewürdigt wurde.

Die zyklischen Werte notierten nach kurzzeitigen Kursanstiegen gegen ein Prozent tiefer. Die ohnehin arg gebeutelten Anteile des Zementkonzerns Lafarge-Holcim rutschen 1,2 Prozent ab und notierten erstmals seit der Finanzkrise 2009 unter 40 Franken.

Die Aktien von AMS büssen nach Kurszielsenkungen von Kepler Cheuvreux, der Bank Vontobel und der Commerzbank 1,4 Prozent ein. Gesucht sind Cosmo mit plus 4,7 Prozent.

(Reuters)