Konkjunktur - Eurozone: Inflation schwächt sich etwas ab

Die Teuerung im Euroraum hat sich im August etwas abgeschwächt. Die Konsumentenpreise seien im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Montag in Luxemburg mit.
17.09.2018 11:19
Souvenirstand in Pariser Stadtteil Montmartre inklusive Tricolore.
Souvenirstand in Pariser Stadtteil Montmartre inklusive Tricolore.
Bild: cash

Damit wurden die erste Schätzung und die Erwartungen von Ökonomen bestätigt. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch bei 2,1 Prozent gelegen. Die Inflationsrate wird mit dem für europäische Zwecke erhobenen Verbraucherpreisindex HVPI berechnet. Im Vergleich zum Vormonat stieg der HVPI im August um 0,2 Prozent. Dies war von Ökonomen erwartet worden.

Schwächer als im Vormonat fiel auch die weniger schwankende Kerninflation aus. Ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,0 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Juli hatte die Kernteuerung 1,1 Prozent betragen. Auch hier wurde die erste Schätzung bestätigt. Die Kerninflation beschreibt den grundlegenden Inflationsauftrieb.

Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Seit dem Frühjahr wird dieses Ziel wieder erreicht, nachdem es jahrelang verfehlt wurde. Notenbankchef Mario Draghi erwartet mittelfristig auch ein Anziehen der Kernrate. Die EZB will daher ihre Nettoanleihekäufe ab Oktober halbieren und diese bis zum Jahresende ganz beenden. Das Anleihekaufprogramm wurde aufgelegt, um eine zu niedrige Inflation zu bekämpfen.

Teurer als ein Jahr zuvor war im August vor allem Energie. Die Energiepreise stiegen um 9,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Nahrungs- und Genussmittel waren 2,4 Prozent teurer. Industriegüter ohne Energie und Dienstleistungen verteuerten sich unterdurchschnittlich um 0,4 beziehungsweise 1,3 Prozent.

Die niedrigsten jährlichen Inflationsraten wurden in Irland und Griechenland (jeweils 0,9 Prozent) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Estland (3,5 Prozent) und und der Slowakei (+2,9 Prozent) verzeichnet. In Deutschland lag die Inflationsrate gemessen am HVPI mit 1,9 Prozent leicht unter dem Gesamtwert der Eurozone.

(AWP)