Konsolidierung - Weniger deutsche Banken verschwinden

Laut einer Studie verliert die Konsolidierungswelle in der deutschen Bankenlandschaft an Schwung.
17.03.2019 17:27
Blick auf das Stadtzentrum von Frankfurt.
Blick auf das Stadtzentrum von Frankfurt.
Bild: cash

Die Anzahl der Kreditinstitute in Deutschland ist 2018 zwar um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, allerdings verlangsamte sich der Konsolidierungstrend signifikant gegenüber 2017, als das Minus noch bei 4,7 Prozent gelegen hatte. Das geht aus einer Studie der Düsseldorfer Barkow Consulting hervor.

Auch 2018 ist der Rückgang der Analyse zufolge im genossenschaftlichen Sektor mit minus 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten ausgefallen. Im Sparkassensektor sei die Anzahl der Institute um 1,3 Prozent gesunken, bereinigt um einen statistischen Sondereffekt. In beiden Sektoren habe der Konsolidierungstrend nachgelassen, im Sparkassensektor besonders stark.

Die Privatbanken konnten sich erstmals seit 2013 dem Konsolidierungstrend vollends entziehen, hiess es weiter. Im privaten Sektor stieg die Anzahl der Kreditinstitute um vier oder 1,5 Prozent gegenüber 2017 an, was den stärksten Anstieg seit der Finanzkrise im Jahr 2009 darstelle. Ursächlich für den Anstieg der Privatbanken sind laut Barkow die in Deutschland aktiven Auslandsbanken, deren Anzahl seit dem Brexit-Referendum 2016 bereits im zweiten Jahr in Folge geklettert sei.

"Tatsächlich dürfte die Konsolidierungsnotwendigkeit im deutschen Bankgewerbe aber weiter gestiegen sein", sagte Barkow-Berater Wolfgang Schnorr. "Dafür sorgt neben der Belastung durch die Nullzinspolitik der EZB der anhaltende Kostendruck, der weiterhin von dem hohen bis sehr hohen Erneuerungsbedarf in der IT-Welt ausgeht.“

Erst Anfang Februar hatte Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, seine Pläne für eine Super-Landesbank bekräftigt. "Für die Sparkassen in Deutschland ist ein Sparkassen-Zentralinstitut ausreichend", sagte er damals bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Die Zeit sei reif dafür. "Wir brauchen Anpassungen."

(Bloomberg)