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Kostet CS-Aktie bald wieder 25 Franken?

Seit die neusten Credit-Suisse-Konzernzahlen bekannt sind, hat die Aktie der Grossbank kräftig an Wert gewonnen. Könnte das Papier der zweitgrössten Schweizer Bank sogar bald 25 Franken wert sein?
18.02.2015 14:20
Von Marc Forster
70 Rappen Dividende sind laut CS-Chef Brady Dougan auch zukünftig realistisch. Das freut die Aktienmärkte.

Seit letztem Donnerstag ist die CS-Aktie um 12,5 Prozent gestiegen und notiert im Moment bei 22,40 Franken. Am heutigen Mittwoch allein hat der Titel 4,5 Prozent zugelegt.

Vor knapp einer Woche hatte die Bank ihre Resultate vorlegt, die als eher durchwachsen bezeichnet wurden. 2014 hatte die CS 2,1 Milliarden Franken Gewinn geschrieben, nachdem 2013 unter dem Strich noch 2,3 Milliarden Franken gestanden hatten. Operativ stagnierte die CS, als zusätzlicher Klotz am Bein wirkte die Rekordbusse im Steuerkonflikt mit den USA vom vergangenen Mai.

Kursverlauf der CS-Aktie im letzten Monat (Quelle: cash.ch).

Die Gründe für dieses Kursfeuerwerk sind vielseitig. Von der Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten vorausgesagt, dass der CS-Gewinn auf 1,8 Milliarden Franken fallen könnte. Dass die CS diese Erwartungen übertraf, war gut für den Aktienkurs. Zudem schlug sich die CS im viel gescholtenen Investmentbanking relativ gut, von dem einige sagen, die CS solle es à la UBS eindampfen. Positiv wurde auch aufgenommen, dass die CS, die wegen der Stärke des Frankens unter Druck gerät, weitere 200 Millionen Franken einsparen will.

Die 70 Rappen Dividende, welche die CS zu zahlen bereit ist, wurden angesichts der unsicheren Weltlage, der Kapitalanfordernisse an die Grossbanken und möglicher weiterer juristischer Verfahren zum Teil als mutig bezeichnet. Andererseits hat die Aussage von CS-Chef Brady Dougan, 70 Rappen Gewinnauschüttung pro gehaltenem Titel sei auch in Zukunft realistisch, das Vertrauen der Anleger gestärkt. Die CS-Dividendenrendite beträgt im Moment gut 3 Prozent.

Gerüchte machen die Runde

Derzeit kursieren am Markt Gerüchte, dass zwei bedeutende CS-Grossaktionäre dazukaufen wollen. Händler halten es für realistisch, dass der Kurs auf 25 Franken steigen könnte – 25 Franken ist das Kursziel, das in neuesten Schätzungen derzeit die Analysten von der Deutschen Bank und J.P. Morgan festgelegt haben. Baader Helvea sagt 28,40 Franken voraus, Barclays setzt das Kursziel auf 30 Franken, Goldman Sachs gar auf 32 Franken.

Ausserdem befeuert die amerikanische Zeitung Barron’s die Phantasien des Marktes. Die CS sei 20 Prozent unterbewertet, schreibt das Wochenblatt. Die Anleger würden nach Meinung von Marktbeobachtern der CS im Vergleich zur Konkurrentin UBS unverdientermassen weniger zutrauen.

Die Grossbank segelt aber keineswegs in ruhigen Gewässern. Gewinnmitnahmen könnten den CS-Kurs bald wieder abwärts schicken. Grund dafür können die zahlreichen Unruhefaktoren sein, welche die Märkte beschäftigen. Die nicht enden wollenden Spekulationen um einen "Grexit", das Gezerre um die weiteren Griechenland-Hilfen, die Fortsetzung des Konflikts in der Ukraine sowie die Turbulenzen an der Währungsfront könnten dies schnell eintreten lassen.