Kryptowährung - Bitcoin-Hedgefonds erzielt 80 Prozent Ertrag - ohne eigene Position

Der auf Bitcoin fokussierte Hedgefonds BitSpread ist nicht am Preis der Kryptowährung interessiert - auch wenn dieser zuletzt die Marke von 6000 Dollar ins Visier genommen hatte.
22.10.2017 19:05
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bitcoins - die digitale Währung als Münzen.
Bild: Pixabay

Stattdessen nimmt der Investor etwas anderes ins Visier: die Preisdifferenz zwischen den Börsen, die Bitcoins verkaufen. "Uns interessiert der Preis von Bitcoins nicht - hoch oder niedrig", sagt Cedric Jeanson. Der ehemalige Händler von JPMorgan hat BitSpread 2014 gegründet und verwaltet werden dort jetzt mehr als 25 Millionen Dollar. "Wir werden Bitcoins gegen den Yen kaufen, wenn der Preis hoch ist, und gleichzeitig Bitcoins gegenüber dem US-Dollar verkaufen, wenn der Preis niedrig ist." Jeanson hat Zusagen von Investoren, die das betreute Vermögen bis Jahresende auf 50 Millionen Dollar und bis Ende 2018 auf 200 Miollionen Dollar bringen werden.

BitSpread kam in diesem Jahr bis Ende September auf einen Ertrag von 80 Prozent, angetrieben durch Market-Making an Börsen in Japan and Südkorea - wo das Interesse an digitalen Währungen stark gestiegen ist, weil die Nutzung von Bitcoins dort legalisiert wurde, verrrät Jeanson in einem Interview mit Bloomberg.

Dieser Schub an Interesse hat zu mehr Flüssen für den Hedgefonds geführt, der fortlaufend Bitcoins an den Börsen kauft und verkauft, ohne dabei selbst eine Position in der digitalen Währung einzugehen. "Es geht nicht nur um verschiedene Börsen, sondern auch um Intra-Börsen-Handel", sagt Jeanson. "Wir können von einer kaufen und zurück an dieselbe verkaufen."

Vor- und Nachteile des Fonds

Der Ertrag von BitSpread belief sich im Jahr 2016 auf 33 Prozent, 19 Prozent im Jahr 2015 und 11 Prozent im Zeitraum Juni bis Dezember 2014.

Der Ansatz des Hedgefonds hat jedoch Vor- und Nachteile. Während er auf die Preisunterschiede zwischen den Börsen setzt, ist er auf der einen Seite zwar vielleicht weniger möglichen Blasen ausgesetzt. Das kann aber gleichzeitig auch geringere Gewinne bedeuten, wenn der Wert von Bitcoins nach oben schnellt.

Kryptowährungs-Hedgefonds haben laut Eurekahedge im Durchschnitt 535 Prozent in den ersten neun Monaten dieses Jahres zugelegt und haben damit den Preisanstieg von fast 500 Prozent bei Bitcoins selbst geschlagen. Vergangenes Jahr lag der Ertrag der Fonds bei 106 Prozent, 2015 bei 69 Prozent - nach einem 52-prozentigen Einbruch im Jahr 2014, zeigen die Daten weiter. Hedgefonds als Gesamtbranche kommen in diesem Jahr durchschnittlich auf ein Plus von 5,6 Prozent.

Bitcoin: Chance oder Gefahr?

Der Anstieg der digitalen Währung in diesem Jahr hat unter Finanzprofis zu unterschiedlichen Meinungen geführt, wobei einige die Tragfähigkeit des Marktes in Frage stellten. Der Chef von JPMorgan, Jamie Dimon, bezeichnete die Kryptowährung sogar als "einen Betrug". Jeder, der sie kaufe, sei "dumm".

Auch Hedgefonds-Manager Kyle Bass erklärte vor kurzem, dass ein "ganzer Haufen Leute viel Geld verlieren" wird wegen der Krypto-"Manie". Andere, darunter Goldman Sachs, erkunden indes Möglichkeiten für Kunden, Kryptowährungen wie Bitcoins zu handeln.

Jeanson, der aus der Ecke der Aktien- und Festzins-Derivate kommt, sieht Bitcoins als Chance für Veränderungen, die es schon seit den Anfängen des Internets nicht mehr gegeben hat. "Dies ist ein Netzwerk der Menschen, das von Menschen geführt wird und das für Menschen zugänglich ist", sagte er. "Dies ist eine Internet-Art von Unterbrechung - eine fantastische Unterbrechung."

(Bloomberg)