Kühne+Nagel: Aktie unter Tageshoch

Kühne+Nagel setzt zwar weniger um, verdient jedoch deutlich besser als erwartet. Das weckt die Hoffnung auf eine weitere Sonderdividende. Das verleiht der Aktie Flügel.
13.10.2015 10:50
Von Lorenz Burkhalter
Hat nach den ersten neun Monaten gut Lachen: Grossaktionär Klaus-Michael Kühne.

Im Vorfeld der Quartalsergebnispräsentation von Kühne+Nagel jagte in Analystenkreisen ein Gerücht das nächste. Während die einen Experten von einem überzeugenden Zahlenkranz ausgingen, warnten die anderen vor einer Enttäuschung.

Ganz nach dem Motto "das eine tun und das andere nicht lassen", meldet das Innerschweizer Transportunternehmen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2015 zwar einen tiefer als erwarteten Umsatz. Die Gewinnentwicklung übertrifft die Analystenschätzungen allerdings deutlich.

Das kommt bei den Anlegern gut an. An der Schweizer Börse SIX springt die Aktie von Kühne+Nagel zur Stunde noch um 3,3 Prozent auf 137,20 Franken nach oben. Im frühen Handel kletterte sie vorübergehend auf 139,40 Franken.

Hauptdisziplin Seefracht überzeugt

In ersten Analystenkommentaren wird die Geschäftsentwicklung als überzeugend beurteilt. So schreibt der für die Zürcher Kantonalbank tätige Experte, dass Kühne + Nagel auf das dritte Quartal bezogen ein starkes Ergebnis präsentiert habe. In der Hauptdisziplin Seefracht sei dem Unternehmen trotz bloss stabiler Volumen der höchste je erreichbare operative Gewinn (EBIT) mit einer Konversionsmarge von 36,2 Prozent gelungen.

Doch auch in der Luftfracht habe Kühne + Nagel ein gutes Ergebnis vorgelegt. Als Haar in der Suppe wird einzig die Kontraktlogistik bezeichnet. In diesem Bereich habe die Restrukturierung einziger Projekte in Grossbritannien auf die Rentabilität gedrückt, so der Analyst. Er stuft die Aktie weiterhin mit "Marktgewichten" ein.

Margenfortschritte wecken Dividendenhoffnungen

Sein für die Bank Vontobel tätiger Berufskollege findet ebenfalls sichtlich Gefallen an der Geschäftsentwicklung des dritten Quartals. Dank einem starken Seefrachtbereich seien die Rückgange an anderer Stelle mehr als wettgemacht worden, so schreibt er. Während er seine eigenen Prognosewerte weitestgehend unverändert beibehält, sieht er die Konsensschätzungen auf Stufe EBIT um bis zu 3 Prozent steigen.

Händlern zufolge wecken die auf der Margenseite erzielten Fortschritte zudem die Hoffnung auf eine weitere Sonderdividende. Zum Firmenjubiläum hatte Kühne+Nagel bereits für das letzte Jahr eine solche entrichtet. Bislang hätten nur wenige Analysten eine weitere Zusatzausschüttung in ihren Bewertungsmodellen berücksichtigt, so der Tenor.

Zu den wenigen Experten, welche mit einer Sonderdividende rechnen, gehört jener von RBC Capital Markets. In einem Kommentar weist er darauf hin, dass das Transportunternehmen als einziges seiner Branche auf 15 Jahre in Folge mit einem positiven freien Cashflow zurückblicken kann. Dennoch stuft er die Aktie nur mit "Sector Perform" und einem Kursziel von 145 Franken ein.