Kursverluste in China belasten Stimmung in Asien

Kursverluste in China haben die Investoren am Donnerstag auch an anderen asiatischen Aktienmärkten verunsichert.
28.07.2016 08:41

Viele Anleger scheuten davor zurück, ihr Geld in als riskant geltenden Aktien zu investieren. Händler verwiesen zudem auf die am Freitag anstehende Zinsentscheidung der Bank von Japan, von der sich Börsianer angesichts des überraschend grossen Konjunkturpakets der Regierung eine neuerliche Lockerung der Geldpolitik versprechen.

"Das beste für den Markt wäre es, wenn die Notenbank ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen ausweitet, ohne die Strafzinsen zu verschärfen", sagte Hikaru Sato, Analyst bei Daiwa Securities. Allerdings müsse man sich darauf vorbereiten, dass es auch anders kommen könnte.

Auch die Entscheidung der US-Notenbank (Fed) vom Mittwochabend belastete die Stimmung: Die Hüter des Dollar beschlossen, den Leitzins zunächst nicht anzutasten. Zugleich liessen sie die Tür für eine weitere Straffung der Geldpolitik offen. Fachleute gehen davon aus, dass es im Dezember so weit sein könnte.

China-Bankaktien sind Verlierer

In Tokio schloss der Nikkei-Index 1,1 Prozent tiefer bei 16.477 Punkten. Nach dem Fed-Entscheid legte der Yen zu, der Dollar fiel auf 104,78 Yen. Das belastete vor allem japanische Exportwerte. Zu den Verlierern gehörte etwa der Elektronikkonzern Sony mit einem Abschlag von gut einem Prozent.

Die Märkte China gaben im späten Handel weiter nach, nachdem sie bereits am Mittwoch Federn gelassen hatten. Vor allem Bankaktien gehörten zu den Verlierern. Die Regierung in China erwägt, die Vermögensverwaltungsbranche stärker zu regulieren, wie aus einem Entwurf hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das könnte auch Obergrenzen für die Anlagen in Aktien bedeuten. Auch wenn noch unklar sei, was genau damit gemeint sei, steige die Unsicherheit und dürften die Zuflüsse in den Aktienmarkt geringer ausfallen, sagte Zhang Qi, Analyst bei Haitong Securities in Shanghai.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans tendierte 0,3 Prozent höher. Der Euro notierte mit 1,1090 Dollar etwas fester.

(Reuters)