LadestationenTesla nimmt Bewohner von Innenstädten in Visier

Auch Grosstädter, die ein Elektroauto nicht zuhause aufladen können, sollen einen Tesla fahren. Der Fahrzeug-Hersteller nimmt bei der Expansion seines Supercharger-Netzwerks amerikanische Innenstädte ins Visier.
16.09.2017 09:11
Tesla-Verkaufsstelle in der Innenstadt von Zürich.
Tesla-Verkaufsstelle in der Innenstadt von Zürich.
Bild: cash

Die ersten von Teslas neuen Stadt-Stationen haben diese Woche in Chicago mit zehn Plätzen und Boston mit acht Plätzen aufgemacht. Das ging aus einem Blog-Eintrag des Unternehmens hervor. Die Lade-Stationen werden weniger Strom liefern als jene, die entlang von Autobahnen oder Fernzielen wie Hotels eingerichtet wurden. Das bedeutet, Fahrer müssen 45 bis 50 Minuten warten, bis der Ladevorgang abgeschlossen ist.

Mit dem Ausbau des Supercharger-Netzwerks bereitet Tesla die Einführung des Model 3 vor, dem bislang billigsten Auto des Herstellers. Kunden, die sich den Wagen reserviert haben, seien jünger und städtischer, hatte Jon McNeill, der weltweite Verkaufs-Chef von Tesla, im vergangenen Jahr erklärt. Der Startpreis liegt bei 35'000 Dollar.

Vorstandschef Elon Musk setzt auf mehr Nachfrage vom Massenmarkt, um seine ambitionierten Ziele für das Absatzwachstum zu erreichen. Im kommenden Jahr will er eine halbe Millionen Fahrzeuge bauen, verglichen mit fast 84'000 im vergangenen Jahr.

«Bequeme» Standorte

"Supercharger-Stationen in städtischen Regionen werden an bequemen Standorten installiert, darunter Supermärkte, Einkaufszentren und Innenstädte - so dass es für die Kunden einfach ist, den Wagen in der Zeit aufzuladen, in der sie Lebensmittel einkaufen oder andere Aufgaben erledigen”, schrieb Tesla in der Blog-Mitteilung. “Die Preise liegen zudem auf demselben Niveau wie unsere bereits bestehenden Supercharger, was deutlich billiger ist als Benzin."

Nachdem Tesla anfangs den Zugang zu den Superchargern umsonst angeboten hatte, müssen Kunden, die einen Wagen nach dem 15. Januar kauften, dafür bezahlen. Das gilt aber erst ab einem Verbrauch von jährlich 400 Kilowattstunden, oder umgerechnet rund 1000 Meilen (1600 Kilometern).

Die Preise unterscheiden sich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Eine Reise von Los Angeles auf der einen Seite der USA nach New York auf der anderen Seite würde rund 120 Dollar kosten. Teslas bestehende Supercharger können in einer Zeitspanne von 30 Minuten genügend Strom für etwa 170 Meilen liefern. Die städtischen Stationen werden so angelegt, dass sie weniger Platz benötigen als jene, die sich beispielsweise an Autobahnen befinden.

Ende Juni besass Tesla weltweit 884 Supercharger-Standorte im Wert von 236,3 Millionen Dollar, wie aus den Bilanzzahlen zum zweiten Quartal hervorgeht. Das Unternehmen sagte, dass es geplant sei, "auf absehbare Zukunft" weiterhin in das globales Netzwerk zu investieren und dafür einen "minimalen Anteil an den Gesamtinvestitionen" zu verwenden. Tesla hat für die zweite Hälfte dieses Jahres etwa 2 Milliarden Dollar an Investitionen in Aussicht gestellt, nach Ausgaben von 1,5 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr.

(Bloomberg)