LafargeHolcim beim Umsatz unter den Erwartungen

Der Baustoffhersteller LafargeHolcim ist im dritten Quartal beim Umsatz unter den Erwartungen geblieben.
04.11.2016 09:00
Eric Olsen ist CEO LafargeHolcim.
Eric Olsen ist CEO LafargeHolcim.
Bild: cash

Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat im dritten Quartal 2016 einen Umsatzrückgang verbucht. Preissteigerungen, Synergie-Effekte aus dem Merger sowie Kostenreduzierungen haben jedoch die Profitabilität verbessert und zu einem Anstieg des EBITDA auf bereinigter Basis geführt. Die Synergieziele für das Gesamtjahr werden angehoben und die übrige Guidance bekräftigt.

Der Umsatz ging um 10% auf 7,04 Mrd CHF zurück, wie der Zementkonzern am Freitag mitteilt. Auf vergleichbarer Basis (like for like) wurde ein Rückgang um 3,1% ausgewiesen. Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA stieg gegenüber den Vergleichszahlen um 2,4% (vergl. 11%) auf 1,69 Mrd CHF und die entsprechende Marge auf 23,9% von 21,0% im Vorjahreszeitraum. Der pro Forma Konzerngewinn wuchs um 35% auf 1,1 Mrd CHF.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt, beim EBITDA jedoch erfüllt.

Das Ertragswachstum sei von Preisstrategie, Synergien und diszipliniertem Kostenmanagement getragen worden, schreibt der Konzern weiter. Die Synergien werden im Berichtszeitraum auf 183 Mio CHF beziffert. Die Zahlen werden als Beleg für die Stärke des ausgewogenen Portfolios gesehen. Das herausfordernde Umfeld in Nigeria habe den Ertrag erwartungsgemäss erneut belastet. Gegen Ende des Quartals hätten höhere Preise und Massnahmen zur Diversifizierung der Brennstoffquellen jedoch erste positive Wirkung gezeigt, heisst es.

Sowohl reife als auch aufstrebende Märkte hätten zum Ergebnis beigetragen. Als positiv wird die Entwicklung in den Ländern Philippinen, USA, Mexiko, Argentinien, Ägypten und Algerien bezeichnet. China zeige Anzeichen einer Erholung. Indien habe trotz des intensiven und lang andauernden Monsunregens einen verbesserten bereinigten betrieblichen EBITDA erwirtschaftet.

Verkaufsvolumen waren allesamt rückläufig

Andere Märkte seien herausfordernd gewesen, heisst es weiter. Während der Bausektor in Brasilien weiter unter der schwachen Konjunktur litt, beeinflussten in Indonesien und Malaysia Überkapazitäten und ein schwieriges Wettbewerbsumfeld den Geschäftsgang. In Nigeria wurde nach dem Unterbruch der Gasversorgung auf andere Energiequellen ausgewichen. Dies habe zusammen mit anderen Kostenmassnahmen erste positive Wirkung gezeigt. Ohne Nigeria wäre der bereinigte betriebliche EBITDA für den Konzern um 15% gestiegen, heisst es.

Die Verkaufsvolumen waren allesamt rückläufig. Der konsolidierte Zement- und Klinkerabsatz sank um 13% auf 25,8 Mio Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen lagen um 18% tiefer bei 7,8 Mio Tonnen und die Transportbetonvolumen um 6,0% auf 3,9 Mio Kubikmeter. Auf vergleichbarer Basis gab der Zementabsatz um 4% nach.

Die Erlöse aus den Verkäufen betrugen im Berichtszeitraum 795 Mio aus dem Abschluss der Devestitionen in Sri Lanka und Saudi-Arabien sowie die Dekonsolidierung von Marokko und der Elfenbeinküste. Die Nettofinanzschulden lagen per Ende Quartal bei 16,5 Mrd CHF, verglichen mit 18,5 Mrd im Vorjahr. Hier wird inklusive der Effekte aus dem Devestitionsprogramm ein weiterer Rückgang auf rund 13 Mrd bis Jahresende erwartet.

CEO Eric Olsen sieht das Ergebnis als Bestätigung für die Fokussierung auf Preise, Synergien und Cashflow. Die Ertragsdynamik habe sich verstärkt und LafargeHolcim sei Kurs, die Ziele für 2016 zu erreichen. 2016 bedeute damit einen deutlichen Fortschritt im Hinblick auf die Erfüllung der Vorgaben für 2018.

Die Guidance für das Gesamtjahr wird bestätigt. Weiter wird mit einem Anstieg des bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis im "hohen einstelligen Bereich" gerechnet. Hier wird in diesem Jahr mit zusätzlichen Synergien von mindestens 550 Mio gerechnet. Bisher wurden 450 Mio in Aussicht gestellt; dieser Wert sei jedoch bereits nach neun Monaten erreicht worden. Zudem wird unverändert mit einer Steigerung der Nachfrage in den Märkten des Konzerns von 1-3% gerechnet. Die Investitionen sollen weniger als 2 Mrd CHF betragen.

(AWP)