LafargeHolcim-Chef: «Verkaufen Firmenteile für fünf Milliarden»

LafargeHolcim zielt weiter auf den Abbau der Schulden. Die Verkäufe von Tochtergesellschaften helfen dabei. Konzernchef Eric Olsen will auf diesem Weg bis zu fünf Milliarden Franken einnehmen, wie er im Interview sagt.
05.08.2016 11:45
LafargeHolcim-CEO Eric Olsen.
Bild: cash

CEO Eric Olsen zeigt sich insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden, da die Preispolitik, die Kostenreduktionen und die Synergien gegriffen hätten, wie er im Video-Interview sagt. Besonders zufrieden zeigt sich Olsen mit dem Verkauf von Zementwerken in China, Indien, Sri Lanka und Vietnam.

Die angestrebten Devestitionsziele von 3,5 Milliarden Franken seien bereits nach 7 Monaten erreicht worden. Doch das sei noch nicht alles: "Wir sehen weitere Möglichkeiten, uns zu entschulden und haben uns das Ziel von 5 Milliarden Franken bis Ende 2017 gesetzt", so Olsen.

Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat im zweiten Quartal 2016 einen geringeren Umsatz erzielt, sich operativ aber gesteigert. Nach mehreren Enttäuschungen in Folge hat der 2014 fusionierte schweizerisch-französische Konzern beim Betriebsgewinn EBITDA überrascht. Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA stieg um 6 Prozent auf 1,70 Milliarden Franken. Analysten hatten lediglich mit 1,62 Milliarden Franken gerechnet. Die entsprechende Marge kletterte auf 23,4 Prozent von 21,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Aktie steigt deutlich.

Brexit lässt LafargeHolcim kalt

Olsen gibt sich weiter zuversichtlich: "Wir erwarten unser EBITDA-Wachstum, auf vergleichbarer Basis, dieses Jahr im hohen einstelligen Bereich", sagt Olsen. Im zweiten Halbjahr sollte sich die Kennzahl daher noch verbessern.

Alle Verkaufsregionen ausser Mittelost-Afrika hätten Wachstum gezeigt, sagt Olsen: "Der Markt in Indien entwickelt sich besonders gut." Das britische EU-Votum erfordere eine gewisse Beobachtung, und da Vereinigte Königreich sei ein wichtiger Markt. Olsen denkt aber, dass die Brexit-Unsicherheit dem Konzern keine grossen Schrammen zufügt.

Nordamerika, Mexiko und einige südamerikanische Märkte zeigten indessen sich robust. Sorgenfalten auf die Stirn jagt den Zement-Managerin hingegen Nigeria. Es seien Investitionen nötig, um Alternativen zu Gas als Energiequelle zu finden, denn dieses sei knapp.

(cash/AWP)