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Lage für Transocean wird immer brenzliger

Die Aktie des Ölplattformbetreibers Transocean fällt ins Bodenlose, und ein Ende ist nicht in Sicht. Neben der Aktie werden nun auch die Obligationen negativ beurteilt.
05.12.2014 10:36
Von Frédéric Papp
Die Ölplattformen von Transocean stossen auf wenig Nachfrage.
Die Ölplattformen von Transocean stossen auf wenig Nachfrage.
Bild: Bloomberg

Am Freitag zu Handelsbeginn zählt die Transocean-Aktie erneut zu den grössten Verlierern im Swiss Market Index (SMI) – die Aktie gibt mit 1,5 Verlust so deutlich nach wie kein anderer SMI-Titel. Der Gesamtmarkt steigt 0,6 Prozent.

Damit türmt sich bei der Transocean-Aktie ein Minus seit Jahresbeginn von fast 60 Prozent auf. Ein Ende ist nicht in Sicht. Mehrere Analysten haben in den letzten Tagen die Aktie heruntergestuft.

Kursverlauf der Transocean-Aktie der letzten 12 Monate.

Neuerdings sind auch die Obligationen von Transocean gefährdet. Laut einem Artikel des Investmentportals Seeking Alpha ist das Risiko eines Ausfalls deutlich gestiegen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit betrage rund 10 Prozent. Das Misstrauen in die Transocean-Anleihen lässt sich am Kurszerfall ablesen. Der Preis für eine zu 6,8 Prozent verzinste Obligation fiel in den letzten fünf Handelstagen fast 8 Prozent.

Dividendenkürzung wohl unvermeidlich

Verantwortlich für die brenzlige Situation bei Transocean ist der Ölpreissturz. Am Freitag kostet ein Barrel der Norseesorte Brent rund 69 Dollar und damit so tief wie zuletzt vor fünf Jahren. Marktkenner gehen gar von einem Rückgang auf 60 Dollar oder tiefer aus.

Anleger müssen sich wohl auf eine Dividendenkürzung gefasst machen. Die Konkurrenz hat diesen Schritt bereits vollzogen. Ende November gab der niederländische Rivale Seadrill die Streichung der Dividende bekannt.

Auch diversen Investoren wird die Lage zu heiss. Am Freitag wurde bekannt, dass Franklin Resources ihre Beteiligung weiter senkt, und zwar von 4,6 auf 4 Prozent. Ursprünglich hielt die US-Investmentgesellschaft 6,2 Prozent. Und im Markt kursieren Gerüchte, dass Grossaktionär Carl Icahn dem Unternehmen bald den Rücken kehren dürfte. Er besitzt gut 9 Prozent der Transocean-Aktie.

Der Kurssturz bei Transocean weckt ungute Erinnerungen an die Anfang 2012 Pleite gegangene Petroplus. Das Unternehmen hatte seinen Konzernsitz in Zug und war einst die grösste unabhängige Raffineriebetreiberin Europas. Die Aktien waren damals an der Schweizer Börse SIX kotiert.

Auch der cash-Insider beschäftigt sich in seiner Kolumne mit Transocean.