Lebensversicherer - Swiss Life mit unspektakulärem Jahresauftakt - Aktie tiefer

Swiss Life verfehlt die Erwartungen im ersten Quartal. Bruttoprämien und Kommissionserträge fallen insgesamt etwas schwächer aus. Die Aktie fällt Gewinnmitnahmen zum Opfer.
10.05.2017 11:31
Von Lorenz Burkhalter
Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life blickt auf ein unspektakuläres erstes Quartal zurück.
Der Lebensversicherungskonzern Swiss Life blickt auf ein unspektakuläres erstes Quartal zurück.
Bild: ZVG

Schon seit Jahren übertrifft der Lebensversicherungskonzern Swiss Life regelmässig die Analystenerwartungen. Anlässlich des Zwischenberichts vom Mittwoch will ihm dies allerdings nicht so recht gelingen: Sowohl bei den Bruttoprämien und Kommissionserträgen als auch bei den Anlageerträgen enttäuscht das Unternehmen.

Mit einem Geschäftsvolumen von 6,54 Milliarden Franken werden die bei 6,68 Milliarden Franken liegenden Konsensschätzungen der Nachrichtenagentur AWP verfehlt. Auch die Nettoanlagerendite fällt mit 0,5 Prozent eher mager aus.

Folglich verliert die zuletzt feste Aktie von Swiss Life an der Schweizer Börse SIX 0,9 Prozent auf 332,60 Franken. Im bisherigen Handelsverlauf wurden Kurse zwischen 331,10 und 336 Franken bezahlt.

Verteidigende Worte findet der Autor einer Stellungnahme aus dem Hause Baader-Helvea. Er begrüsst die im Kommissionsgeschäft erzielten Fortschritte und errechnet in diesem Geschäftszweig aufs Jahr hochgerechnet einen Nettoneugeldzufluss um mehr als 20 Prozent. Seines Erachtens sollten die Verschiebungen in der Zusammensetzung der Erträge positive Auswirkungen auf die Rentabilität haben.

Durchwachsenes Kommissionsgeschäft

Was die Nettoanlagerendite anbetrifft, so hat der Analyst ebenfalls eine plausible Erklärung. Er macht Absicherungstransaktionen für die verfehlten Erwartungen verantwortlich. In Anbetracht der intakten Anlagethese wird die Swiss-Life-Aktie bei Baader-Helvea weiterhin mit einem Kursziel von 350 Franken zum Kauf empfohlen.

Eher etwas zurückhaltend äussert sich der Berufskollege von J.P. Morgan. Wie er schreibt, fällt die Ertragsfluktuation im von einer Übergangsphase geprägten ersten Quartal etwas deutlicher als erwartet aus. Enttäuscht zeigt sich der Analyst vor allem von den deutlich unter den bankeigenen Schätzungen liegenden Kommissionseinnahmen, für welche er jedoch saisonale Gegebenheiten verantwortlich macht. Die Aktie wird bei der amerikanischen Investmentbank unverändert mit "Neutral" und einem Kursziel von 310 Franken eingestuft.

Ziemlich widerstandsfähige Bilanz

Bei der Zürcher Kantonalbank wird auf die insgesamt solide Entwicklung bei den Prämieneinnahmen verwiesen. Diese bewege sich im Rahmen der Erwartungen, so heisst es weiter. Positiv hebt der verantwortliche Experte dabei insbesondere das Auslandsgeschäft hervor, welches dank Frankreich und Deutschland wieder ein positives Einnahmenwachstum verzeichnet. Die Aktie wird wie bis anhin mit "Übergewichten" eingestuft.

Der für die UBS Investmentbank tätige Analyst zeigt sich hingegen von der Widerstandsfähigkeit der Bilanz beeindruckt. In Anbetracht des schwierigen Umfelds und der weiterhin tiefen Anleihenzinsen schlage sich der Lebensversicherungskonzern überraschend gut, so sein Urteil. Nach einer Herunterstufung vor gut zwei Monaten schätzt er die Aktie mit „Neutral“ und einem 12-Monats-Kursziel von 325 Franken ein.