Leclanché wagt sich weiter nach China vor

Der Batteriehersteller Leclanché geht eine strategische Allianz mit der chinesischen Narada Power ein. Die Unternehmen planen den Aufbau einer gemeinsamen Produktion in China.
21.11.2016 07:56
Leclanché will durch die Kooperation die Produktionskosten senken.
Leclanché will durch die Kooperation die Produktionskosten senken.
Bild: Pixabay

Der Batteriehersteller Leclanché lizensiert seine Batterie-Technologie nach China aus. Das Unternehmen geht eine strategische Allianz mit Narada Power ein, die auch einen Anteil an dem westschweizer Unternehmen erwerben wollen. Geplant ist eine Fertigung, welche die bisherige Kapazität um mehr als das Dreissigfache übersteigen würde.

Im Rahmen der Kooperation lizensiert Leclanché seine Lithium-Ionen-Technologie an die an der Börse in Shenzen gelistete Narada Power aus, wie es am Montag in einer Medienmitteilung heisst. Angaben zu den finanziellen Details und zur Höhe der Beteiligung sollen erst nach der definitiven Ausführung der Vereinbarungen bekannt gegeben werden - voraussichtlich um den 31. Dezember 2016.

Die Unternehmen planen den Aufbau einer gemeinsamen Produktion in China zur Erreichung von Skaleneffekten und zur Senkung der Produktionskosten. Dabei lizensiert Leclanché sowohl die hochzyklenfesten Lithium- Titanat-Zellen als auch die Lithium-Graphit-NMC Zellen an Narada aus. Beide Typen sollen in den Produktionsstätten in Hangzhou in China produziert werden, einschliesslich eines neuen Produktionsstandorts mit einer Kapazität von 2,5 GWh, der 2017 in Betrieb genommen werden soll.

«Bahnbrechende Allianz»

Zum Vergleich: In seiner Jahresprognose 2016 rechnet Leclanché mit Auslieferungen von 30 MWh. Für 2017 wurde bisher eine Auftragspipeline von 85 MWh in Aussicht gestellt. Im ersten Halbjahr 2016 hatte das Unternehmen den Umsatz um rund 65% auf 5,77 Mio CHF gesteigert und für das Gesamtjahr einen Wert von 28 Mio erwartet.

Die Produktionsstätte von Leclanché im deutschen Willstätt verfügt bei voller Auslastung im Dreischichtbetrieb über eine Jahreskapazität von 76 KWh, wird aber bisher nur in einer Schicht betrieben. Das geplante Werk in China hätte also eine um den Faktor 33 höhere Kapazität.

"Dank dieser bahnbrechenden Allianz, steigen Leclanché und Narada zu Weltmarktführern auf", wird CEO Anil Srivastava in der Mitteilung zitiert. Die Allianz werde über das grösste Spektrum an Batterietechnologien und über die am breitesten aufgestellte Expertise im Bereich von Systemintegrationen verfügen.

Zusätzliche Kapazität zu bisherigen Standorten

Die Fertigungskapazitäten sollen zusätzlich zu den vorhandenen Leclanché-Standorten in Willstätt und Yverdon-les-Bains (Schweiz) aufgebaut werden. Damit soll eine bedarfsgerechte, wettbewerbsfähige Produktion entstehen, um die Produkte zum bestmöglichen Preis für den Weltmarkt anbieten zu können, wie es weiter heisst.

Mit der neuen Partnerschaft sollen dabei insbesondere im chinesischen Markt für Elektrobusse Marktanteile gewonnen werden. China ist laut Mitteilung der weltweit grösste Markt für Elektrobusse mit einem geschätzten Volumen von 4 Mrd USD.

Leclanché hatte mit der Inbetriebnahme des Werks für Lithium-Ionen-Zellen in Deutschland im Jahr 2012 auf den Markt für stationäre und mobile Speicherlösungen gesetzt. Zuletzt hatte das Unternehmen einige Projekte für Energie-Speicherlösung zur Stabilisierung von Stromnetzen gewonnen.

(AWP)