Leichte Verluste an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagmittag etwas tiefer und hat die frühen Verluste eingedämmt. Europaweit zeigt sich ein ähnliches Bild.
19.02.2016 13:00
Für die Schweizer Börse zeichnet sich bis Freitagmittag eine starke Woche ab.
Für die Schweizer Börse zeichnet sich bis Freitagmittag eine starke Woche ab.
Bild: cash

Dafür dass heute Verfallstag ist, sei es ein sehr ruhiger Tag, sagt ein Händler in Zürich. Er glaube, dass im weiteren Tagesverlauf keine grossen Bewegungen mehr gesehen werden. Nach den heftigen Kursverlusten der Vorwochen habe eine gewisse Beruhigung stattgefunden. Die entscheidende Frage sei derzeit, ob der Boden nun erreicht sei oder ob es sich um die Ruhe vor dem Sturm handle - also ein weiterer Absturz bevorstehe.

Der Treiber hinter der jüngsten Erholungsbewegung an den Aktienmärkten wird in Händlerkreisen beim Öl verortet. Zuletzt geriet die Erholung am Ölmarkt allerdings bereis wieder ins Stocken. Die Ölpreise würden als Konjunkturindikator momentan stark beachtet. Im weiteren Tagesverlauf könnten die US-Konsumentenpreise für Januar frischen Wind bringen.

Der SMI verliert gegen Mittag 0,4% auf 7888 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,3% auf 1192 nach und der breite SPI ebenfalls 0,3% auf 8216 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln stehen 17 im Minus, 2 unverändert und der Rest im Plus.

Wirds eine starke Woche?

Für den Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich nach Gewinnen am Montag und Mittwoch eine starke Woche ab. Der SMI hat gegenüber dem Schlussstand vom vergangenen Freitag bislang 3,4% gutgemacht. Seit Jahresbeginn verbleibt damit allerdings immer noch ein Minus von etwa 10%. Bei den Einzelwerten legten diese Woche vor allem Adecco, Galenica, Lafarge-Holcim, Swiss Re und ABB überdurchschnittlich zu. Eine negative Wochenperformance verzeichnen derzeit Transocean und Nestlé.

Die Nestlé-Aktie hatte sich auf Jahressicht bislang relativ stark entwickelt, und erst die am Vortag mit Enttäuschung aufgenommen Zahlen sorgten für einen heftigen Kursrücksetzer. Und auch am Berichtstag gibt der schwergewichtige Titel, der knapp 25% der SMI-Gewichtung ausmacht, weiter nach (-0,4%).

Mit Novartis (-0,6%) gibt ein weiteres Indexschwergewicht deutlicher nach. Der Pharmakonzern meldete am Morgen allerdings positive News: Er hat von der US-Gesundheitsbehörde für sein Leukämie-Medikament Midostaurin den Status "Therapiedurchbruch" erhalten. Bei Medikamenten mit diesem Status kann die Entwicklung und Prüfung beschleunigt erfolgen.

Vor allem Zykliker unter Druck

Grössere Einbussen sind zur Mittagszeit vor allem im zyklischen Segment zu sehen: Lafarge-Holcim verlieren 2,0%, Aryzta 1,5%, die Vortagessieger Adecco 0,8% und Transocean ebenfalls 0,8%. Der Offshore-Erdölbohrer Transocean wird in der kommenden Woche zusammen mit Swiss Re (-0,7%) das Zahlenset für das vergangene Jahr vorlegen.

Auch die defensiven Swisscom (-0,9%) geben mittlerweile deutlicher nach. Bei den Finanztiteln verlieren weiterhin die Assekuranzwerte Zurich (-0,9%) prozentual gesehen am stärksten. Die Stimmung in dem Sektor dürfte ein wenig von Aussagen der Allianz-Konzernleitung gedrückt sein. Der deutsche Versicherungskonzern dämpfte im Zuge der Zahlenvorlage am Morgen die Erwartungen an 2016. Die Konzernleitung rechnet für 2016 eher mit einem Gewinnrückgang in allen Sparten.

Bei den Gewinnern ziehen Galenica ohne konkrete News 2,4% an. Bereits die vergangenen Tage hatten die Titel einen guten Lauf. Im vergangenen Jahr waren sie der Überflieger an der Schweizer Börse. Gefragt sind u.a. auch die Aktien des Bauchemieherstellers Sika (+1,0%), der kommenden Freitag die Bücher öffnen wird.

EFG mit Interesse an BSI: Aktie im Plus

Am breiten Markt stehen EFG (+2,6%) unter Beobachtung. Die Privatbank hatte am Morgen Medienberichte bestätigt, wonach sie in exklusiven Verhandlungen mit der brasilianischen BTG Pactual über eine Übernahme der Tessiner BSI steht. Die Prüfung der BSI-Übernahme hält man bei der ZKB für "vernünftig, wenn nicht gar notwendig." EFG brauche so einen Deal, aber auch eine Menge neues Kapital dafür.

Auch Coltene (+2,3%) sind gesucht, was mit Produktneuigkeiten zusammenhängen dürfte. Der Dentalbedarf-Hersteller steigt in den dynamisch wachsenden CAD/CAM-Markt ein. Die Sunrise-Aktien (+1,1%) profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Kepler Cheuvreux. Die Aktie werde derzeit mit einem deutlichen Abschlag gegenüber der Konkurrenz gehandelt, wobei eigentlich eine Bewertungsprämie dank der starken Cash-Conversion gerechtfertigt wäre, lautet der Kommentar.

Auf Wochensicht schnitten bislang Santhera, Basilea, Leonteq und AMS stark ab, schwach dagegen u.a. Orell Füssli, Kuros und Leclanché.

(AWP)