Leichte Verluste an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt neigt am Dienstagmittag zur Schwäche. Der Leitindex SMI notiert nach einem zunächst verhaltenen Start mittlerweile unterhalb der derzeit wichtigen psychologischen Marke von 8000 Zählern.
25.10.2016 13:00
Leichter Negativtrend: die Schweizer Börse am Dienstagmittag.
Leichter Negativtrend: die Schweizer Börse am Dienstagmittag.
Bild: cash

Er weitet damit die an den drei Handelstagen zuvor erlittenen Verluste noch etwas aus. Ein belastender Faktor sind das nach Zahlen sehr schwache Schwergewicht Novartis. Aber auch die zuletzt mit einem starken Lauf aufgefallenen Grossbankenwerte stehen etwa deutlicher unter Abgabedruck. Getrübt wird die Stimmung zudem von der jüngsten Akzentuierung der Frankenstärke.

Die Vorgaben aus Übersee waren in der Summe neutral. Kaum Impulse liefert auch der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland. Der Umfrage unter Firmenchefs zufolge hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen allerdings auch im Oktober weiter verbessert und den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Bleibt abzuwarten, ob die Eröffnung an der Wall Street frischen Wind bringt, denn auch dort geht die Berichtssaison straff weiter. Hierzulande traten neben Novartis noch Schindler und Syngenta sowie eine Handvoll Unternehmen aus dem breiten Markt zum Zahlenrapport an.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,2% auf 7980 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt dagegen um 0,1% auf 1239 Zähler zu, während der breite SPI wiederum um 0,2% auf 8717 Stelle nachgibt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus, 12 im Minus und einzig Nestlé unverändert.

Umsatzentwicklung bei Novartis-Töchtern enttäuscht

Die grösste Belastung für den Gesamtmarkt sind wie bereits am Morgen die schwergewichteten Novartis, die mittlerweile auf -1,4% abgerutscht sind. Der Pharmakonzern hat zwar mit dem Quartalsausweis die durchschnittlichen Analystenschätzungen zum Teil übertroffen. Als enttäuschend wird allerdings die Absatzentwicklung der zukünftigen Schlüsselmedikamente Entresto und Cosentyx sowie die Umsatz- und Gewinnentwicklung bei den Töchtern Alcon und Sandoz bezeichnet.

Die prozentual grössten Einbussen verzeichnen nachrichtenlos allerdings Aryzta (-2,1%). Unter Abgabedruck stehen zudem die Grossbankenwerte CS (-1,1%) und UBS (-0,4%), die zuletzt allerdings einen starken Lauf hatten. In Händlerkreisen ist daher auch von Gewinnmitnahmen die Rede.

Schindler (+4,0%) hingegen werden weiterhin stark nachgefragt. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat sich in den ersten neun Monaten 2016 bei allen wichtigen Kennzahlen gesteigert. Analysten zeigen sich in ersten Kommentaren vor allem von der Ertragsentwicklung überzeugt. Für einmal kamen die Wachstumsimpulse aus Amerika und Europa statt China. Im Gesamtjahr rechnet das Management nun wegen Sondereffekten mit einem höheren Gewinn als bisher.

Syngenta holt Vortagesverluste wieder etwas auf

Auch Syngenta schneiden mit +1,5% stark ab. Allerdings hatte der Titel am Vortag wegen Sorgen über Verzögerungen bei der geplanten Übernahme durch Chemchina gelitten. Die Basler stellen sich nun tatsächlich auf Verzögerungen ein, wie sie zusammen mit dem Zwischenergebnis mitteilten. Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Markterwartungen knapp verfehlt.

Zu den grossen Gewinnern zählen auch die Aktien des weltgrössten Personalvermittlers Adecco mit +1,4%. Für gute Stimmung sorgen hier die am Morgen vorgelegten Zahlen des niederländischen Mitbewerbers Randstad, die insgesamt über den Markterwartungen zu liegen kamen.

Zudem sind Telekomwerte nach gut aufgenommenen Zahlen der französischen Orange europaweit gesucht. Hierzulande rücken Swisscom um 1,5% vor und die im breiten Markt vertretenen Sunrise um 2,5%.

Actelion (+1,2%) haben nach der intensiven Korrektur der vergangenen Tage einen Boden gefunden.

AMS-Aktie stürzt nach negativer Aussicht ab

Am breiten Markt fallen AMS mit Abgaben von 14% auf. Zwischenzeitlich war der Titel um weit über 20% zurückgefallen, nachdem das Unternehmen mit dem Ausblick auf das vierte Quartal und der Bekanntgabe einer laut Analysten teuren und verwässernden Übernahme Investoren offensichtlich vor den Kopf gestossen hat.

Nach Zahlen schwach präsentieren sich auch Huber+Suhner (-5,2%). Das Unternehmen hat mit den Zahlen zum Umsatz und Auftragseingang nach neun Monaten die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zudem wurden die Prognosen leicht nach unten revidiert.

Aufwind haben nach Zahlen hingegen Panalpina (+0,8%) und Feintool (+0,9%). Neben letzteren sind auch weitere Industriewerte wie Schlatter (+4,6%) und Bossard (+3,6%) gesucht.

(AWP)