Leitindex - Warum der «neue» SMI die Kurse (etwas) bewegen wird

Am Montag geht der gekappte Swiss Market Index an den Start. Gewisse Anleger müssen dafür ihre Engagements bei den grossen SMI-Aktien reduzieren, was sich etwas auf die Kurse auswirken wird.
15.09.2017 12:01
Von Marc Forster
Der SMI wird am Montag gekappt: Maximal darf eine Aktit noch 18 Prozent an der Gewichtung ausmachen.
Der SMI wird am Montag gekappt: Maximal darf eine Aktit noch 18 Prozent an der Gewichtung ausmachen.
Bild: Pixabay

Den SMI wird es auch am Montag geben, nur wird sich der Leitindex dann verändert haben: Denn die Börsenbetreiberin SIX Group kappt die grössten und liquidesten Titel an der Schweizer Börse. Eine Aktie darf noch maximal 18 Prozent an der Gesamtkapitalisieurng des Leitindex ausmachen.

Aktuell betrifft dies vor allem Nestlé und Novartis. Das Gewicht des Vivisaner Nahrungsmittelgiganten betrug per Ende 2016 - also vor dem SIX-Entscheid -  22,7 Prozent, während der Basler Pharmamulti auf 19,5 Prozent kam. Der Roche-Genusschein, drittschwerster Titel, untertrifft hingegen die 18-Prozent-Marke mit seinen 16,3 Prozent.

Vor allem Exchange Traded Funds (ETF), als Fonds, die den Index abbilden, schichten um und müssen somit einen gewissen Bestand an Nestlé- oder Novartis-Aktien aus den Fonds auslagern. Im heutigen Tagesverlauf ist die Nestlé-Aktie um 0,49 Prozent und die Novartis-Aktie um 0,54 Prozent zurückgegangen. In ETF sind Milliardensummen angelegt, daher stecken in den Veränderungen grosse Summen. Weil die Gewichtung schrittweise gekappt wird, zeigen sich keine stärkeren Kurseinbrüche bei diesen Titeln.

Mit der Kappung der grossen Titeln verändern sich indessen alle Gewichte im SMI. Das Gewicht der kleineren Titel wird sich also erhöhen, weil Fonds dort dazukaufen müssen. Die Veränderungen werden aber relativ klein sein, wenn an bedenkt, dass die Gewichtung einer Swiss Life-Aktie Ende 2016 gerade einmal 0,9 Prozent des Gesamtindex' ausmachte, oder die Swatch Group knapp 1 Prozent. Bei 12 der 20 SMI-Titel lag die Gewichtung unter 3 Prozent.

Wer vom bisherigen SMI mit den hoch gewichteten Nahrungsmittel- und Pharmaaktien nicht die Finger lassen kann oder möchte, kann auch weiterhin so investieren. Der Index mit der angestammten Gewichtung läuft an der Schweizer Börse als SPI 20 weiter.