Leonteq-CEO: «Haben aus Fehlern gelernt»

Leonteq will bisherige Fehler mit einer neuen Kommunikationsstrategie vermeiden. Bei der Ankündigung neuer Partnerschaften ist CEO Jan Schoch vorsichtiger geworden. Er nennt aber die interessanten Regionen.
21.07.2016 14:00
Von Pascal Züger
Jan Schoch, CEO von Leonteq.
Bild: cash

Leonteq kann mit den heute präsentierten Halbjahreszahlen die Anleger überzeugen: Sowohl der um 4 Prozent rückläufige Reingewinn, als auch der um 10 Prozent gestiegene Umsatz liegen über den Erwartungen der Analysten. Als Folge davon kann die Leonteq-Aktie im heutigen Handel um fast 5 Prozent zulegen (Stand 14.00 Uhr).

"Das Umfeld ist nicht leicht, die Kunden haben in diesem Jahr viel weniger nachgefragt", sagt Leonteq-CEO Jan Schoch im Video-Interview mit cash.  Man habe dennoch den Marktanteil im Partnergeschäft, dem Kerngeschäft Leonteqs, im ersten Halbjahr substanziell ausbauen können. Strategisch sei man "auf einem sehr guten Weg".

Das überzeugende Resultat ist etwas Balsam auf die geschundenen Seelen der Leonteq-Aktionäre: Nachdem der Titel im August 2015 Rekordwerte von über 230 Franken annahm, folgte der freie Fall auf zwischenzeitlich unter 50 Franken - aktuell ist die Aktie immerhin wieder bei 74 Franken angelangt.

Die Zweifel der Anleger

Leonteq war in den vergangenen Monaten in einer Negativspirale gefangen, die zum Teil selbst verschuldet war: Man schraubte die Erwartungen an die Firma in die Höhe, in dem man ständig neue Partnerschaften ankündete und das Wachstumspotential als grenzenlos anpries. Als dann Anfang Jahr der asiatische Schlüsselkunde DBS absprang, kamen bei den Anlegern grössere Zweifel am Geschäftsmodell auf.

Künftig soll so etwas nicht mehr geschehen: "Wir haben aus der Vergangenheit gelernt", sagt ein einsichtiger Schoch. Partnerschaften würden von nun an erst angekündigt, wenn die Kooperationsvereinbarung bereits unterschrieben sei. Bei Leonteq habe hier ein Lerneffekt eingesetzt.

Entsprechend dieser neuen Policy der Zurückhaltung kündete Schoch an der heutigen Präsentation der Halbjahreszahlen auch noch keine konkreten neuen Partnerschaften an. "Ich bin aber überzeugt, im zweiten Halbjahr weitere Kooperationen bekanntgeben zu können", so Schoch. Derzeit sei Leonteq mit 25 oder mehr potentiellen Partnern im Gespräch: "Diese Firmen kommen zu einem Drittel aus Asien, zu einem Drittel aus Europa und zu einem Drittel aus der Schweiz."

Im cash-Video-Interview verrät Jan Schoch ausserdem, wie er bis Ende 2017 10 Millionen Franken einsparen will und was er vom neuen Grossinvestor Veraison hält.