Leonteq-Titel brechen nach Business Update ein

Die Aktien des Fintech-Unternehmens Leonteq brechen am Mittwochmorgen in einem seitwärts tendieren Gesamtmarkt ein.
16.11.2016 11:10
CEO Jan Schoch hat Leonteq eine neue Organisationsstruktur verpasst.
CEO Jan Schoch hat Leonteq eine neue Organisationsstruktur verpasst.
Bild: cash

Die Gesellschaft gab im Vorfeld des gleichentags stattfindenden Investorentags eine neue Organisationsstruktur sowie Ziele bis 2020 bekannt. Diese werden von Analysten als Zurückkrebsen von früheren Ambitionen gewertet.

Die Leonteq-Valoren verlieren bis 11 Uhr 6% auf 57,65 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) gehalten ist. Seit Jahresanfang haben die Titel damit knapp 60% eingebüsst. Umgesetzt sind bis zu diesem Zeitpunkt bereits fast das Doppelte eines durchschnittlichen Tagesvolumens.

Die Gesellschaft organisiert sich künftig in drei Bereiche: Investment Solutions (die von Leonteq selbst und für Partner produzierten Produkte), Banking Solutions (IT-Dienstleistungen für andere Emittenten) und Insurance & Wealth Planning Solutions. Diese neue Struktur sei vermutlich positiv für das Sentiment, meint Jan-Thomas Schöps von der Credit Suisse in einer Ersteinschätzung.

Weiter von Investment Solutions abhängig

Die Schaffung des Bereichs Banking Solutions sei zwar ein richtiger Schritt, doch zum grössten Teil bleibe das Gruppengeschäft vom kapitalintensiven und von Marktflüssen getriebenen Bereich Investment Solutions abhängig. Damit habe sich das Gesamtbild der Gesellschaft nicht geändert, so der Experte weiter.

Leonteq will ausserdem bis Ende 2017 eine weitere Kostenreduktionen von circa 10 Millionen Franken realisieren, unter anderem durch den Abbau von 50 Stellen. Das Kosten-Aufwand-Verhältnis soll damit von 69% im letzten Jahr auf unter 65% gebracht werden. Zudem wurden auch für die einzelnen Bereiche Wachstumsziele genannt. Verzichtet worden sei dabei aber auf ein Neukundenziel im Bereich Investment Solutions, in dem die Musik spiele, moniert Michael Kunz, Analyst bei der ZKB.

Die genannten Ziele bei Effizienz und Neukunden würden ihm nicht unrealistisch erscheinen, schreibt Kunz weiter. Allerdings würden sie auch ein Zurückrudern von früher kommunizierten Ambitionen, insbesondere bei den Neukunden, bedeuten. Insofern glaube er nicht, dass sich die bis Herbst 2015 vorherrschende Wachstumseuphorie nach der heutigen Medienmitteilung wieder einstellen werde, so der Experte weiter.

(AWP)