LGT-Chef: «Der Fürst hat die Aktienquote erhöht»

LGT-CEO Prinz Max von und zu Liechtenstein sagt im cash-Interview, wieso die Privatbank in der Krise Wettbewerbsvorteile gewonnen hat. Und er äussert sich zum Anlageverhalten der liechtensteinischen Fürstenfamilie.
14.03.2013 13:21
Interview: Pascal Meisser
Prinz Max von und zu Liechtenstein ist Gruppen-CEO der LGT.

cash: Prinz Max von und zu Liechtenstein, Sie schauen auf ein gutes vergangenes Geschäftsjahr zurück. Was sind die Gründe dieses Erfolgs?

Prinz Max von und zu Liechtenstein: Wir waren bereits ein Jahr zuvor gut unterwegs. Jetzt konnten wir uns nochmals steigern. Einerseits zahlt sich unsere gute Arbeit aus, dazu hat auch das verbesserte Marktumfeld mitgeholfen.

Welche Rolle spielt die Tatsache, dass hinter LGT die liechtensteinische Fürstenfamilie steht.

Die Krise hat dazu geführt, dass Kunden wieder mehr Sicherheit und Stabilität suchen. Deshalb hat LGT sicherlich an Wettbewerbsvorteilen gewonnen. In der Vergangenheit sind grössere Banken als stark eingestuft worden. Diesen Bonus haben sie aber mit den bekannten Problemen weitgehend wieder eingebüsst. Das kommt uns als Familienunternehmen zugute. Wir können zeigen, dass wir langfristig und stabil ausgerichtet sind und unsere Strategie erfolgreich fahren.

Wie ist das Jahr 2013 angelaufen?

Die ersten zwei Monate sind gut angelaufen, sowohl was den Netto-Neugeldzufluss als auch das Ergebnis betreffen.

Was heisst das in Zahlen?

Dazu kann ich noch nichts sagen. Wir sind aber auf gutem Weg und liegen über unseren Erwartungen.

Wo sehen Sie das künftige Wachstum der Bank?

Es ist wichtig, in den grossen strategischen Wachstumsmärkten gut positioniert zu sein und weiter an Boden zu gewinnen. Ich denke vor allem an Asien  und den Mittleren Osten. Lateinamerika ist ebenfalls spannend. Aber auch in etablierten Märkten gibt es hervorragende Konsolidierungs- und Marktausweitungsmöglichkeiten. Der Private-Banking und Asset-Management-Bereich ist hoch fragmentiert, und so kann man auch in nicht so stark wachsenden Ländern punkten.

Der Privatbankensektor befindet sich in einer Konsolidierung. Wird die LGT als eine der Gewinnerinnen aus diesem Prozess herausgehen?

Wenn Sie sich unsere Neugeldzahlen und Vermögensentwicklung anschauen und mit dem Wettbewerb vergleichen, sind wir sehr gut positioniert.

Seit Monaten steigen die Kurse an den Aktienmärkten. Sind Ihre Kunden wieder aktiver geworden?

Es ist eine gewisse Veränderung auf Kundenseite zu verspüren, aber das Bild hat sich nicht drastisch verändert. Viele Kunden sehen zu Recht noch viele Risiken. Die Cash-Quote bei unseren Kunden ist weiterhin relativ hoch.

Wie legt die liechtensteinische Fürstenfamilie das eigene Geld in diesem Umfeld an?

Bei taktischen Allokationen haben wir die Aktienquote leicht erhöht, was sich bislang als richtig herausgestellt hat. Auf strategischer Ebene hat sich hingegen wenig geändert. Wir sind seit Jahren diszipliniert und diversifiziert investiert, und sind mit diesem Ansatz durch alle Krisen gut durchgekommen. Einen wichtigen Teil der Asset Allocation bilden alternative Anlageklassen. Dazu gehören zum Beispiel Private Equity, Hedgefonds oder Insurance-linked Securities. Diese Bereiche haben sich hervorragend entwickelt und wir sind zuversichtlich, dass hier auch in Zukunft gutes Geld zu verdienen ist. Relativ zu anderen Assets hat sich die Attraktivität von alternativen Anlagen gar noch erhöht.