Lifewatch mit Halbjahresverlust

Der Telemedizin-Anbieter Lifewatch hat im ersten Halbjahr 2016 zwar den Umsatz gesteigert. Aufgrund von Einmalkosten resultierte unter dem Strich aber ein Verlust nach einem Gewinn im Vorjahr.
18.08.2016 07:58
Stephan Rietiker, CEO von Lifewatch in einem cash-Interview im Arpil 2016.
Stephan Rietiker, CEO von Lifewatch in einem cash-Interview im Arpil 2016.
Bild: cash

Da sich das Umsatzwachstum im zweiten Quartal verlangsamt hat senkt das Unternehmen seine Guidance für das Umsatzwachstum 2016.

Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 8,6% auf 57,0 Mio USD. Dabei habe der Umsatz mit Überwachungsdienstleistungen um 10% zugelegt, wie Lifewatch am Donnerstag mitteilte. Allerdings habe der Umsatz im zweiten Quartal weniger stark zugenommen als im ersten Quartal, welches eine Wachstumsrate von 12,3% aufwies.

Tiefere Bruttomarge wegen Abschreibungen

Der Bruttogewinn stieg auf 28,0 Mio von 27,8 Mio im Vorjahr. Die Bruttogewinnmarge verschlechterte sich 48,1% von 52,8% im Vorjahr. Den Margenrückgang führt das Unternehmen auf die Abschreibung von kapitalisierten Softwareentwicklungskosten, die Abschreibung von Lagerbeständen des Vital Signs Patch (VSP)-Projekts sowie andere obsolete Bestände zurück. Ohne diese Einmalabschreibungen hätte die Bruttomarge 55,5% betragen, heisst es weiter.

Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (F&E) erhöhten sich im 1. Halbjahr auf 4,7% (VJ 3,8%) vom Umsatz, hauptsächlich wegen tieferer Kapitalisierung von Softwareentwicklungskosten. Verkaufs- und Marketingausgaben stiegen auf 19,5% (18,0%). Der Anstieg ist gemäss Mitteilung auf höhere Verkaufskommissionen vor allem im Zusammenhang mit dem höheren Umsatz im Vergleich zu 2015 zurückzuführen. Die allgemeinen Administrationskosten beliefen sich 31,7% (23,8%) vom Umsatz.

Auf Stufe EBIT resultierte indes ein Minus von 7,6 Mio nach einem Gewinn von 3,8 Mio USD im Vorjahr. Das Betriebsergebnis war negativ belastet von Vergleichs- und Rechtskosten im Zusammenhang mit den zwei Rechtsverfahren, Highmark und Qui Tam, sowie anderen einmaligen Ausgaben. Insgesamt beliefen sich die Einmalpositionen auf 9,6 Mio USD.

Nach Abzug der Finanzierungskosten, Steuern und dem anteiligen Verlust am Aufbau der Tätigkeiten in der Türkei resultierte unter dem Strich ein Nettoverlust von 9,8 Mio nach einem Gewinn von 1,9 Mio USD im Vorjahr.

Weiterhin positive EBITDA-Marge für 2016 erwartet

Die Guidance für das laufende Jahr revidiert das Unternehmen nach unten. Während die Gesellschaft weiterhin davon ausgeht, eine positive EBITDA-Marge im einstelligen Bereich erzielen zu können sowie ein negatives Betriebsergebnis EBIT und einen Nettoverlust zu verzeichnen, wird aufgrund des im zweiten Quartal verlangsamten Wachstums der Absatzerlöse nun ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich erwartet. Bisher hatte das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzplus erwartet.

Das erste Halbjahr 2016 sei zwar enttäuschend verlaufen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Geschäftsleitung sei aber überzeugt, mit der Einigung in den zwei älteren Rechtsfällen die wesentlichsten übriggebliebenen Probleme der Vergangenheit gelöst zu haben, sodass sich Lifewatch auf das zukünftige Wachstum konzentrieren könne.

Mit der Markteinführung des neuen Mobile Cardiac Telemetry (MCT) 1-Kanal Pflasters, dem anstehenden Abschluss verschiedener interner Entwicklungsprojekte und dem geplanten Eintritt in den türkischen Markt habe die Gesellschaft die Basis für zukünftiges Wachstum gelegt. Deren Auswirkungen sollten sich in der zweiten Jahreshälfte 2016 und darüber hinaus materialisieren, so das Unternehmen weiter.

(AWP)