LifeWatch muss Strategie anpassen

Der Telemedizin-Anbieter LifeWatch hat im ersten Quartal 2016 den Umsatz zwar gesteigert, auf Stufe EBIT resultierte aber ein Verlust. Weiter wird die Strategie angepasst und die Guidance nach unten revidiert.
06.07.2016 08:15
Stephan Rietiker ist CEO von Lifewatch.
Stephan Rietiker ist CEO von Lifewatch.
Bild: cash

LifeWatch hat im ersten Quartal 2016 den Umsatz um 12% auf 28,4 Mio USD gesteigert. Aufgrund von Rechts- und Sonderkosten resultierte auf Stufe EBIT aber ein Verlust von 13,2 Mio USD nach einem Gewinn von 2,1 Mio USD in der Vorjahresperiode, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Unter dem Strich verbleibt ein Nettoverlust von 10,1 Mio USD nach einem Gewinn von 0,9 Mio USD im Vorjahr. Weiter gab das Unternehmen eine Anpassung der Strategie, der Guidance sowie Details zur geplanten Kapitalerhöhung bekannt.

Den Umsatzanstieg führt LifeWatch auf eine überdurchschnittliche Wachstumsrate mit Herzüberwachungsdienstleistungen in den USA zurück. Der operative Verlust sei primär einer Einigung in der Qui Tam-Klage über 13,0 Mio USD zuzuschreiben, so die Meldung. Dabei gelte es zu beachten, dass die Reduktion der Anspruchsberechtigung im Fall Highmark von 8 Mio CHF erst im zweiten Quartal verbucht werde.

Die Guidance für das laufende Jahr wird aufgrund der Rechts- Sonderkosten nach unten angepasst. Das Unternehmen erwartet zwar immer noch ein zweistelliges Umsatzwachstum, geht aber von einer signifikant tieferen EBITDA-Marge im mittleren einstelligen Bereich sowie von einem negativen Betriebs- und Nettoergebnis aus.

Update zur Strategie

Künftig wird sich LifeWatch verstärkt auf das Anbieten von Herzüberwachungsdienstleistungen fokussieren und in diesem Bereich Akquisitionen anstreben, heisst es weiter. Eingestellt werde dagegen die Entwicklung des Sensors "Vital Signs Patch" (VSP). Für die Technologie soll ein Käufer gesucht werden.

Zudem verzögert sich der geplante Markteintritt in die Türkei, deshalb werden dort 2016 entgegen des ursprünglichen Plans nur "minimale Umsätze" anfallen. Ausserdem würden zusätzliche finanzielle Mittel benötigt, was derzeit Gegenstand von Gesprächen mit dem Joint Venture Partner sei.

Details zur Kapitalerhöhung

Ferner gibt Lifewatch die Bedingungen der im April von den Aktionären abgesegneten Kapitalerhöhung um knapp 5 Millionen Aktien bekannt. Die neuen Anteile werden zu 9 CHF das Stück zur Zeichnung aufgelegt, entsprechend einem Discount von 25% zum letzten Schlusskurs. Die Kapitalerhöhung kommt damit auf einen Umfang von 44,9 Mio CHF.

Für jede bestehende Namenaktie erhalten Lifewatch-Aktionäre 10 Bezugsrechte; für 27 Rechte kann eine neue Aktie gezeichnet werden. Die Bezugsrechte können zwischen dem 11. Juli und dem 20. Juli 2016 (12 Uhr) ausgeübt werden; sie sind weder handelbar noch übertragbar.

Wie bereits angekündigt, hat die Gesundheits- und Hotelgruppe Aevis Victoria SA eine Garantie für die nicht gezeichneten Anteile abgegeben.

Die Transaktion erlaube es der Gesellschaft, die finanzielle Basis zu schaffen, um hauptsächlich den Highmark Schiedsspruch gegen LifeWatch sowie die Qui Tam Klage zu begleichen, bestehende Finanzverbindlichkeiten zurückzuzahlen, das weitere Wachstum des Herzüberwachsungsgeschäftes in den USA zu finanzieren sowie in die internationale Expansion, insbesondere in der Türkei, zu investieren.

(AWP)