Lindt-CEO: «Aktiensplit noch dieses Jahr möglich»

Lindt-&-Sprüngli-CEO Ernst Tanner äussert sich im cash-Video-Interview zur 40‘000 Franken schweren Aktie und sagt, wieso er keine Lohnerhöhung möchte.
15.03.2013 15:51
Von Pascal Meisser
Lindt-&-Sprüngli-Konzernchef Ernst Tanner im Interview mit cash.
Bild: cash

Eine mit über 500 Millionen Franken gefüllte Kasse sowie eine Aktie, die nach 13 Jahren erneut wieder vor einer Aufsplittung stehen könnte: Der Verwaltungsrat von Lindt & Sprüngli hat in den kommenden Wochen und Monaten einige wichtige Entscheide vor sich.

"Ein Aktiensplit ist eine Option, die aber der Verwaltungsrat noch nicht diskutiert hat. Wir werden das aber noch dieses Jahr angehen müssen", sagt Ernst Tanner im cash-Video-Interview. Er sei selber überrascht, wie die Aktie alleine in diesem Jahr sich verteuert habe. Alleine zwischen Januar und Mitte März ist die Lindt-Aktie um über 16 Prozent in die Höhe geklettert.

Aktie in 13 Jahren verfünffacht

Mit dem aktuellen Kurs von knapp 40‘500 Franken ist die Aktie mehr als doppelt so teuer wie jene der Banque Rothschild, die mit 20‘100 Franken auf Platz zwei liegt. Letztmals notierte das Papier von Lindt & Sprüngli im Jahr 2000 auf solch hohem Niveau. Damals entschied der Verwaltungsrat, die Aktie im Verhältnis 1:5 aufzusplitten und damit optisch billiger zu machen. Seither hat sich der Aktienkurs wieder verfünffacht.

Ein Verwendungszweck muss auch für die übervolle Kasse gefunden werden. "Am liebsten würde ich eine grosse Akquisition machen. Leider gibt es aber nicht viele Firmen, die strategisch zu uns passen und überhaupt verfügbar sind", sagt Tanner, der CEO und Verwaltungsratspräsident in Personalunion ist. Am wahrscheinlichsten sei deshalb, dass es entweder ein erneutes Aktienrückkaufprogramm gebe oder ein Teil des Geldes an die Aktionäre zurückgegeben werde.

Gute Zahlen - tieferer CEO-Lohn

Die Zahlen, die Lindt & Sprüngli für das Geschäftsjahr 2012 präsentierte, lagen zwar knapp unter den Erwartungen. Diese waren aber angesichts des Wachstums über die letzten Jahre deutlich in die Höhe geklettert. Unter dem Strich verdiente der Premium-Schokoladehersteller 272 Millionen Franken. Das ist ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch die Umsatzrendite und Gewinnmarge konnte gemäss eigener Vorgabe gesteigert werden.

Angesichts dieses Ausweises überrascht es, dass Ernst Tanner einen tieferen Lohn als noch 2011 erhält. Das Total seiner Bezüge sank 2012 von 8 auf 6,9 Millionen Franken. Eine erste Auswirkung der angenommenen Abzocker-Initiative? "Nein, das hat damit nichts zu tun", sagt Tanner im Video-Interview. Er erhalte seit über zehn Jahren dasselbe Basissalär – nämlich 1,3 Millionen Franken. Der einzige Unterschied sei die Bewertung der Aktien und Optionen, die tiefer ausgefallen sei. Dazu ist der AHV-Beitrag des Arbeitgebers auf die ausgeübten Optionen um eine halbe Million Franken tiefer ausgefallen.

Tanner glaubt, dass nach der Umsetzung der Abzocker-Vorlage sein Basissalär eher sogar nach oben gehen könnte. "Die wichtigen Aktionäre schätzen die Arbeit des Managements und stehen für Kontinuität ein", sagt Tanner. Das sei aber gar nicht nötig, denn: "Ich will gar nicht mehr. Ich bin mit meinem Gesamtlohnpaket zufrieden", sagt Tanner.
 

Im Video-Interview sagt Tanner zudem, was die Gründe für den Erfolg von Lindt & Sprüngli sind und wieso er an seiner Doppelfunktion weiter festhält.