Lockere Geldpolitik - EZB-Direktor warnt vor zu langem Festhalten bei Anleihe-Käufen

EZB-Direktor Benoit Coeuré hat die Notenbanken vor negativen Folgen bei einem zu langen Festhalten an den enormen Wertpapierkäufen gewarnt.
13.10.2017 06:57
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
Bild: iNg

Dann bestehe die Gefahr von Finanzblasen, sagte er am Donnerstag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. "Wir müssen auf Risiken für die Finanzstabilität achten." Coeuré fügte hinzu: "Beispielsweise könnte eine zu lange Phase der Wertpapierkäufe finanzielle Ungleichgewichte aufbauen mit möglichen negativen Folgen für die Preisstabilität."

Zur Stützung der Konjunktur hält die Europäische Zentralbank seit längerem den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem erwerben die EZB und die nationalen Euro-Notenbanken seit März 2015 in grossem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Damit soll auch die Inflation in der Euro-Zone wieder an die EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent herangeführt werden.

Das Kaufprogramm soll noch bis mindestens Ende Dezember laufen und dann ein Gesamtvolumen von 2,3 Billionen Euro erreichen. Experten erwarten, dass der EZB-Rat am 26. Oktober eine Verlängerung der Käufe mit geringerem monatlichen Ankaufvolumen beschliesst.

(AWP)