LogistikPanalpina verpasst praktisch alle Prognosen

Der Transport- und Logistikkonzern Panalpina hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als in der entsprechenden Periode in 2016. Die Markterwartungen haben die Basler aber fast auf allen Stufen verfehlt.
20.07.2017 07:56
Panalpina will ein Transformationsprogramm vorantreiben.
Panalpina will ein Transformationsprogramm vorantreiben.
Bild: ZVG

Das Vorjahresresultat wurde allerdings von einem Rücksteller für Restrukturierungen im Öl- und Gasgeschäft stark belastet. Wird dieser Effekt für eine bessere Vergleichbarkeit ausgeklammert, zeigt sich ein etwas anderes Bild.

Der Nettoumsatz von Panalpina stieg von April bis Juni um 5,1% auf 1,35 Mrd CHF. Der um die volatilen Frachtraten bereinigte und deshalb aussagekräftigere Bruttogewinn sank hingegen um 8,4% auf 340,4 Mio, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT jedoch verbesserte sich mit 25,6 Mio deutlich gegenüber den 10,7 Mio im Vorjahr. Bereinigt man das Ergebnis um den eingangs erwähnten Sondereffekt, resultiert jedoch ein Rückgang um knapp ein Drittel. Unter dem Strich verblieben 17,6 Mio CHF nach 4,5 Mio im Vorjahr.

Prognosen verpasst

Die Markterwartungen haben die Basler fast auf allen Stufen verfehlt, wobei die Schätzungen bei den Gewinnzahlen sehr weit auseinandergingen. Analysten hatten im AWP-Konsens den Nettoumsatz auf 1,32 Mrd CHF, den Bruttogewinn auf 355 Mio, den EBIT auf 27,8 Mio und den Reingewinn auf 19,7 Mio CHF veranschlagt.

"Dank striktem Kostenmanagement verbesserten wir das Betriebsergebnis vom ersten zum zweiten Quartal und kehrten in der Seefracht im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurück", wird CEO Stefan Karlen in der Mitteilung zitiert. "Mit der erfolgreichen Einführung unseres neuen IT-Systems im Schlüsselmarkt Deutschland gewann auch unser Transformationsprogramm im operationellen Bereich weiter an Fahrt."

Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich Karlen in der Mitteilung zuversichtlich, "dass wir in der Seefracht die Profitabilität pro transportierte Einheit in der zweiten Jahreshälfte verbessern können". In der Luftfracht werde diese aber weiter unter Druck bleiben. "Deshalb werden wir uns auf das konzentrieren, was wir direkt beeinflussen können, namentlich die Kosten sehr wirksam zu kontrollieren und unser Transformationsprogramm voranzutreiben."

(AWP)