Logitech-Aktie haussiert und bringt Leerverkäufer in Bedrängnis

Der Quartalsgewinn von Logitech liegt erneut weit über den Analystenerwartungen. Das zwingt Leerverkäufer dazu, ihre Wetten zu schliessen. Die Aktie legt kräftig zu.
26.10.2016 11:41
Von Lorenz Burkhalter
Logitech kann auf ein weiteres starkes Quartal zurückblicken. Die Leerverkäufer werden nervös.
Logitech kann auf ein weiteres starkes Quartal zurückblicken. Die Leerverkäufer werden nervös.
Bild: Bloomberg

Einmal mehr übertrifft der Peripheriegerätehersteller aus Lausanne die Markterwartungen nicht nur beim Umsatz, sondern auch auf den Stufen operativer Gewinn (EBIT) und Reingewinn.

Spätestens mit dem vorliegenden Zahlenkranz beweist das Unternehmen, dass es sich bei der Abfolge von Ergebnisüberraschungen um keine Eintagsfliege handelt. Längst werden die unverändert beibehaltenen Wachstums- und Gewinnziele für das Fiskaljahr 2016/17 als konservativ beurteilt. Und es ist, als hätten die Analysten von Brean Capital den starken Zahlenkranz für das zurückliegende Quartal zum Zeitpunkt ihrer gestrigen Kaufempfehlung und einem Kursziel von 30 Dollar für die Aktie von Logitech bereits erahnt.

Das bringt die vorwiegend ausländischen Leerverkäufer in arge Bedrängnis. An der Schweizer Börse SIX werden erste Wetten gegen die Logitech-Aktie geschlossen. In der Folge schiesst diese um 11,3 Prozent auf 23,60 Franken hoch. Zeitweise kletterte der Kurs sogar auf 24,45 Franken und damit auf den höchsten Stand seit September 2008.

Das überrascht nicht, wurde zuletzt doch mit rund 13 Prozent aller ausstehenden Aktien auf rückläufige Kursnotierungen spekuliert.

Wachstumskategorien machen ihrer Bezeichnung alle Ehre

In einem Kommentar bezeichnet der für die UBS Investmentbank tätige Verfasser das Quartalsergebnis als "gesund". Während die Markterwartungen übertroffen worden seien, decke sich die Umsatz- und Gewinnentwicklung mit den bankeigenen Schätzungen, so schreibt er weiter.

Den Berechnungen des Experten zufolge konnte Logitech den Umsatz in den Wachstumskategorien um bis zu 43 Prozent steigern. Dennoch stuft er die Aktie vorerst nur mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 22,50 Franken ein.

Deutlich optimistischer äussert sich sein Berufskollege von der Bank Vontobel. Seines Erachtens übertrifft der Zahlenkranz die Erwartungen an allen Ecken und Enden. Auch er findet sichtlich Gefallen am starken Wachstum in den zukunftsträchtigsten Produktkategorien. Die Strategie von Logitech trage damit weiterhin Früchte, so lässt er seine Kunden wissen.

Konservative Jahresprognosen und unterschätzte Dividende?

Nach dem starken zurückliegenden Quartal wähnt der Analyst das Unternehmen auf einem guten Weg, die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen erreichen zu können. Er empfiehlt die Aktie deshalb wie bis anhin mit einem Kursziel von 25 Franken zum Kauf.

Der für die UBS Investmentbank tätige Experte geht sogar noch einen Schritt weiter und erwartet, dass Logitech die Jahresprognosen im Anschluss an das Weihnachtsquartal anheben wird. Auch der Analyst von Kepler Cheuvreux bezeichnet den Ausblick als konservativ und sieht diesbezüglich Raum für positive Überraschungen. Das Unternehmen habe schon nach dem ersten Quartal die Zielsetzungen angehoben, gibt man hingegen bei der Zürcher Kantonalbank zu bedenken.

Im Berufshandel wird zudem auf die unterschätzten Dividendenaussichten verwiesen. Es sei aufgrund der starken Geschäftslage nicht auszuschliessen, dass Logitech diesbezüglich eine grosszügigere Politik verfolgen oder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm auflegen werde, so lautet der Tenor.