Lohnzufriedenheit - Bankangestellte: Hohe Boni machen unzufrieden

Die Angestellten der Schweizer Banken sehen sich offensichtlich angemessen entlohnt. Die Lohnzufriedenheit des Bankenpersonals habe trotz nur kleiner Erhöhung des gesamten Einkommens zugenommen.
23.05.2017 11:34
Blick in die Büros der Bank Vontobel.
Blick in die Büros der Bank Vontobel.
Bild: Twitter/Vontobel

Das heisst es in der vom Schweizerischen Bankenpersonalverband (SBPV) am Dienstag veröffentlichten Lohnumfrage 2017. Bemerkenswert ist, dass die Lohnzufriedenheit in den Banken mit den höchsten Bonuszahlungen am tiefsten ist, während sie umgekehrt bei jenen mit den tiefsten Boni am höchsten ist.

61% der 4'805 Bankangestellten, die an der Umfrage teilnahmen, sind mit ihrem Lohn zufrieden. 2013 seien es nur 48% gewesen, hält der SBPV fest. Die Lohnzufriedenheit sei weiter gestiegen, obwohl die Gesamtkompensation nur wenig zugenommen habe - von 110'000 CHF im Jahr 2015 auf aktuell 111'750 CHF.

55% nach 46% im Jahr 2013 waren auch mit ihrem Bonus zufrieden, obgleich die Bonuszahlungen leicht sinken. Betrug 2015 bei den Boni der Median 10'000 CHF, beläuft er sich 2017 noch auf 9'750 CHF.

Die Bonuspolitik bleibe ein wesentlicher Faktor in Sachen Ungleichheit, heisst es weiter. Infolgedessen sei die Unzufriedenheit beim Bonus höher als beim Lohn, und dies unabhängig vom Rang. Die Anzahl Teilnehmer, die keinen Bonus oder einen unter 500 CHF erhalten ist gegenüber 2015 leicht von 32% auf 28% gesunken.

Die Boni würden also keinen Anreiz für das Personal schaffen, sondern seien eher ein Frustrationsfaktor. Tatsächlich sei in den Auslandsbanken die Unzufriedenheit am grössten, obwohl diese die höchsten Boni ausbezahlen, hält der SBVP fest. In den Kantonalbanken hingegen nimmt die Zufriedenheit trotz sinkender Boni kontinuierlich zu.

Hoher Lohnunterschied zwischen Mann und Frau

Unzufriedener mit ihrem Lohn und Bonus seien mehr Frauen als Männer, heisst es weiter. Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Lohnunterschiede im Kaderbereich zwischen Frauen und Männern beachtlich ist und seit 2015 zugelegt haben. Damals lag der Unterschied bei 9% aktuell bei 12%. Zudem würden die Unterschiede bei den Boni in dieser Kategorie mit 17% konstant auf hohem Niveau verharren, schreibt der Verband.

Das lasse auf einen eigentlichen "Beförderungsstopp" bei den Frauen auf dieser Hierarchiestufe schliessen, was wiederum die niedrige Frauenquote auf Stufe Direktion und Generaldirektion erkläre. 38% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien Frauen. Mit 45% sind die Frauen auch übervertreten bei den 852 Teilnehmenden, die angeben, keinen Bonus erhalten zu haben.

Abgenommen haben die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern bei den Mitarbeitenden und Direktionsmitgliedern.

(AWP)