stock alert

Lücke zum Barangebot - Syngenta-Aktie bietet sich für eine «letzte Wette» an

Presseberichten zufolge werden die europäischen Wettbewerbshüter die Übernahme von Syngenta durch ChemChina kommende Woche durchwinken. Die Aktie drängt sich deshalb für einen kurzfristigen Einstieg auf.
24.03.2017 08:12
Von Lorenz Burkhalter
Die Tage von Syngenta an der Börse könnten bald gezählt sein.
Die Tage von Syngenta an der Börse könnten bald gezählt sein.
Bild: ZVG

Rückblickend mussten die Aktionäre von Syngenta viel Geduld und gute Nerven beweisen. Seit ChemChina vor über einem Jahr erstmals namentlich als möglicher Käufer ins Spiel gebracht wurde, ist viel Zeit vergangen.

Doch nun scheinen die beiden heiratswilligen Chemiehersteller endlich am Ziel angelangt zu sein: Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, wird die europäische Wettbewerbsbehörde der milliardenschweren Übernahme von Syngenta durch ChemChina kommende Woche ihren Segen geben.

Damit bietet sich die Aktie des Agrarchemiekonzerns aus Basel ein letztes Mal für eine kurze Wette an, beträgt der rechnerische Abschlag zum Barangebot von 465 Dollar plus der geplanten Sonderdividende von 5 Franken je Aktie doch noch immer fast 8 Prozent.

Vorsicht bei den Syngenta-Derivaten

In Analystenkreisen gilt der Entscheid der europäischen Wettbewerbshüter als letzte grössere Hürde. Eine marktbeherrschende Stellung wird man ChemChina nach der Übernahme des Basler Unternehmens weder bei den Pflanzenschutzmitteln noch beim Spezialsaatgut vorwerfen können. Kommt erleichternd hinzu, dass sich andere Rivalen wie Dow Chemical und das langjährige Partnerunternehmen DuPont sowie Monsanto und Bayer ebenfalls zusammenschliessen wollen.

Zur Vorsicht sei allerdings beim Kauf von Derivaten auf die Syngenta-Aktie geraten. Sofern nicht der Dollar noch kräftig gegenüber dem Franken zulegt, werden Call-Warrants wie WGSYN oder SYNJW voraussichtlich wertlos verfallen. Beide weisen Bezugspreise von 500 Franken auf.

Doch auch Derivate wie UZSYN oder SYNWE mit Bezugspreisen zwischen 430 und 440 Franken drängen sich nicht auf liegt der rechnerische Break-even doch bei 473 respektive 493 Franken je Syngenta-Aktie.

Bleibt Anlegern für ihre Wetten nur die Aktie selber übrig. Auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag weist diese übrigens ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KVG) von 22,3 sowie eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent auf. Seit der Jahresergebnispräsentation von Anfang Februar ist klar, dass den Aktionären für das Geschäftsjahr 2016 keine ordentliche Dividende mehr ausgeschüttet wird.