Luftverkehr - Luftfahrtbranche steuert laut Studie weltweit auf Turbulenzen zu

Bei den Airlines wächst der Druck durch steigende Lohn- und Treibstoffkosten - mit schwierigen Folgen für das operative Geschäft.
13.06.2019 07:11
Ein Airbus A340-300 nach dem Start.
Ein Airbus A340-300 nach dem Start.

Derweil müssen sich die Flugzeughersteller und ihre Zulieferer auf milliardenschwere Investitionen einstellen, hiess es in einer am Donnerstag veröffentlichten Branchenstudie Beratungsgesellschaft AlixPartners. Der US-Hersteller Boeing stecke bei den Verbrauchern wegen des nach zwei Abstürzen gesperrten Flugzeugtyps 737 Max ohnehin in einer hausgemachten "Vertrauenskrise".

Neben den direkten Kosten für die Nachbesserungen könne der Vorgang zu neuen Anforderungen bei den Sicherheitszertifizierungen und damit zu enormen strukturellen Anforderungen für die Branche führen, sagen die Experten. Auch gelte es, die fragilen und komplexen Zulieferketten abzusichern.

Gleichzeitig seien hohe Investitionen in umweltfreundliche Antriebe und autonome Flugtechnologien notwendig, um höheren Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht zu werden. Möglicherweise ergäben sich Markteintrittschancen für einen dritten grossen Akteur neben dem beherrschenden Duopol Boeing und Airbus. In Frage käme die Commercial Aircraft Cooperation of China (Comac).

Bei den Fluggesellschaften sind die operativen Gewinnmargen von durchschnittlich 8,5 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell noch 5 Prozent gesunken, warnt die Studie. Dazu kämen schärfere regulatorische Umweltvorgaben.

"Besonders kleinere Airlines werden die Auswirkungen deutlich spüren. Deshalb ist eine Konsolidierung der Branche durch Übernahmen, Fusionen, aber auch Marktaustritte eher kurz- als mittelfristig zu erwarten", kommentierte Studienleiter Stefan Ohl die Ergebnisse.

(SDA)