Maersk - Weltgrösste Reederei spürt eskalierenden Handelskrieg

Maersk wird es in diesem Jahr wohl schwer haben, einen Gewinn zu erzielen, nachdem die USA und China in einen Handelskrieg abgerutscht sind.
15.07.2018 09:18
Ein Frachtschiff von Maersk aus Kopenhagen, der grössten Reederei der Welt.
Ein Frachtschiff von Maersk aus Kopenhagen, der grössten Reederei der Welt.
Bild: ZVG

Maersk mit Sitz in Kopenhagen ist die grösste Reederei der Welt.  Die Firma hat in diesem Jahr bereits fast ein Drittel ihres Marktwerts eingebüsst, da die Anleger sich auf weitere schlechte Nachrichten einstellen. Handelsprotektionismus bedeutet weniger Nachfrage - und die Geschichte legt nahe, dass die Schifffahrtsindustrie sich schwer tun wird, die notwendigen Angebotskürzungen vorzunehmen. Ausserdem ist Maersk der Schifffahrt stärker ausgesetzt, da das ehemalige Konglomerat sein Energiegeschäft veräussert.

Per Hansen, Investmentökonom bei Nordnet in Kopenhagen, sagt, Maersk befinde sich derzeit "im Auge des Hurrikans", wenn es um den Schaden geht, der durch einen Handelskrieg verursacht wird. Er schätzt, dass die Aktien des Unternehmens um mindestens 10 Prozent fallen könnten.

Maersk stelle sich schon auf eine schwache Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte ein angesichts der - wie die Gesellschaft sagte - saisonalen Effekte. Das Unternehmen hat vergangene Woche bereits angekündigt, dass es seinen Dienst zwischen Asien und Nordeuropa vorübergehend zurückfahren muss.

Anleger könnten Schifffahrtsaktien meiden

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bewertungen von Maersk in den kommenden Monaten auf den tiefsten Stand sinken werden, da die Anleger die Schifffahrtsaktien meiden werden, bis mehr Überkapazitäten abgebaut werden", sagte Corrine Png, Chief Executive Officer und Gründer von Crucial Perspective, einem in Singapur ansässigen Research-Anbieter mit Schwerpunkt Transport.

"Maersk ist mit einem Marktanteil von 15 Prozent das zweitgrösste Transportunternehmen auf der Handelsroute Fernost-Nordamerika. Daher werden die rückläufigen chinesischen Exporte in die USA die finanziellen Ergebnisse von Maersk in Zukunft belasten", sagte Png.

Eine Reihe von Analysten hat kürzlich den Ausblick für Maersk gesenkt. Kepler Cheuvreux reduzierte in der vergangenen Woche sein Kursziel um 9 Prozent auf 12.000 Kronen. Jefferies senkte das Kursziel um 12 Prozent auf 11.500 Kronen. Von den 28 Analysten, die Maersk abdecken, empfiehlt nur einer den Kunden, die Aktie zu verkaufen. Der Rest empfiehlt entweder Kaufen oder Halten der Maersk-Aktie, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

(Bloomberg)