Mangelnde Ergebnisqualität - UBS-Aktie trotz sattem Gewinnplus unter Verkaufsdruck

Der Quartalsgewinn der Grossbank UBS steigt stärker als von Analysten erwartet. Allerdings müssen qualitativ Abstriche gemacht werden. Die Aktie gibt deutlich nach.
23.04.2018 13:00
Von Lorenz Burkhalter
Das UBS-Logo am Hauptsitz in Zürich.
Das UBS-Logo am Hauptsitz in Zürich.
Bild: alex.ch

Flickr, Lizenz CC BY-NC 2.0

Die Frage war nicht ob, sondern vielmehr in welchem Ausmass die UBS ihren Reingewinn zwischen Januar und März steigern kann. Seit dem frühen Montagmorgen gibt es auf diese Frage eine Antwort: Das Gewinnplus liegt bei gut 19 Prozent und damit über den von Analysten erwarteten 12 Prozent.

Bei der Ergebnisqualität kann die Schweizer Grossbank allerdings nicht punkten. Weder der Gewinnbeitrag aus dem Global Wealth Management, noch jener aus dem Personal & Corporate Banking kann die Erwartungen auch nur annähernd erfüllen. Der Grund für den besser als erwartet ausgefallenen Quartalsgewinn ist das Investment Banking. Und dieses unterliegt für gewöhnlich starken Ertragsschwankungen.

Das Kerngeschäft enttäuscht leicht

Deshalb kommt der Zahlenkranz bei den Anlegern eher mässig an. An der Schweizer Börse SIX gerät die UBS-Aktie unter Verkaufsdruck. Zur Stunde verliert sie noch 3 Prozent auf 16,69 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 16,45 Franken. Beobachter berichten von auffälligen Abgaben aus dem Ausland.

Aus Sicht von Baader-Helvea fällt der Zahlenkranz für das erste Quartal insgesamt ziemlich solide aus. Dennoch seien die Erwartungen gerade dort verfehlt worden, wo es am wichtigsten gewesen wäre, so heisst es weiter. Damit wird einerseits auf die leicht enttäuschende Geschäftsentwicklung im globalen Wealth Management und andererseits auf den etwas prägnanteren Rückgang bei der Kernkapitalquote angespielt. Das globale Wealth Management gilt als Kerngeschäft der UBS. Es schnitt schon im Schlussquartal 2017 eher verhalten ab.

Grösseren Anpassungsbedarf bei den diesjährigen Gewinnschätzungen sieht man vorerst aber nicht. Folglich empfiehlt Baader-Helvea die UBS-Aktie wie bis anhin mit einem Kursziel von 21 Franken zum Kauf.

Geht es nach Goldman Sachs, wusste die Schweizer Grossbank nur gerade im Investment Banking zu überzeugen. In allen anderen Geschäftszweigen seien die Erwartungen verfehlt worden, so die US-Investmentbank. Stossend findet man bei Goldman Sachs insbesondere den Rückgang der Kernkapitalquote um gut 70 Basispunkte. Schuld sind strengere Vorschriften zur Erkennung von risikogewichteten Aktiven.

Goldman Sachs stuft die UBS-Aktie mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 21,20 Franken ein.

Analysten hatten sich mehr erhofft

Für J.P. Morgan und die Zürcher Kantonalbank steht das enttäuschende Abschneiden im Kerngeschäft im Zentrum. Beide Banken führen den mässigen Gewinnbeitrag auf gestiegene Kosten zurück. Das adjustierte Kostenvolumen zeige ein sattes Plus im Vergleich zum Vorjahr, schreibt beispielsweise die Zürcher Kantonalbank.

Rückblickend dürften sich einige Analysten etwas mehr vom Zahlenkranz für das erste Quartal erhofft haben. Das lässt sich auch damit erklären, dass die ersten drei Monate bei der UBS saisonal betrachtet als die stärksten des ganzen Jahres gelten.

Kommt hinzu, dass bereits mehrere US-Rivalen im für die Schweizer Grossbank wichtigen Aktienhandel starke Quartalsergebnisse vorlegt hatten. Das gute Abschneiden der UBS im Investment Banking lässt sich unter anderem denn auch mit einem starken Ergebnisbeitrag aus dem Aktienhandel erklären.

Auch der für die MainFirst Bank tätige Daniel Regli traute der UBS im Vorfeld eine positive Gewinnüberraschung im Investment Banking zu (cash berichtete).