Maschmeyer will nichts von Cum-Ex-Geschäften gewusst haben

Finanzinvestor Carsten Maschmeyer bestreitet, jemals wissentlich in die umstrittenen Aktiengeschäfte zu Lasten der deutschen Steuerzahler investiert zu haben.
24.11.2016 15:45
Casten Maschmeyer hat 55 Millionen Euro in, wie er sagt, Dividendenfonds der Bank J. Safra Sarasin investiert.
Casten Maschmeyer hat 55 Millionen Euro in, wie er sagt, Dividendenfonds der Bank J. Safra Sarasin investiert.
Bild: ZVG

Der Gründer des Finanzvertriebs AWD, den er 2007 an Swiss Life verkauft hatte, und heutige Start-Up-Financier sagte am Donnerstag vor dem "Cum-Ex"-Untersuchungsausschuss des deutschen Bundestags, er sei von der Schweizer Bank J. Safra Sarasin betrogen worden. Diese habe ihm 2010 mehrere Produkte verkauft, die ihm als normale Aktiendividendenfonds mit Einlageversicherung angepriesen worden seien. Dass es sich um Cum-Ex-Geschäfte gehandelt habe, habe er erst 2012 erfahren.

Bei den Cum-Ex-Deals hatten Investoren im In- und Ausland jahrelang Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch um den Dividendenstichtag herum untereinander verschoben. Ziel war es, die nur einmal abgeführte Kapitalertragsteuer auf die Dividendenerträge mehrfach vom Fiskus erstatten zu bekommen. Der dadurch entstandene Schaden wird auf bis zu zwölf Milliarden Euro geschätzt. Ob dies legal war, ist umstritten. Erst 2012 war dem Steuertrick gesetzlich ein Riegel vorgeschoben worden.

55 Millionen Euro investiert

Maschmeyer sagte, er habe 2010 zunächst 5 Millionen Euro in einen Fonds der Bank investiert und später noch einmal 10 Millionen Euro. Schliesslich habe er noch einmal 40 Millionen Euro gemeinsam mit Familienmitgliedern in einen dritten Fonds investiert. Ihm sei von seinem früheren langjährigen Freund, dem Sarasin-Familienerben Eric Sarasin, versichert worden, dass es sich um normale Dividendenfonds gehandelt habe. Fondsprospekte habe er nicht gesehen. Von "Cum-Ex" sei nie gesprochen worden.

Bei der 40-Millionen-Euro-Tranche habe er als Sammelstelle gedient. Von der Summe seien 20 Millionen Euro aus dem Vermögen seines ältesten Sohnes gekommen, 10 Millionen Euro von seinem jüngeren Sohn, 2 Millionen Euro von seiner Ex-Frau sowie jeweils 500'000 Euro von seiner Frau - der Schauspielerin Veronica Ferres - und seinem Freund, dem Fussballtrainer Mirko Slomka. Er selbst habe 7 Millionen Euro zu der Gesamtsumme von 40 Millionen Euro beigetragen, sagte Maschmeyer.

Erst nach einem Rechtsstreit mit der Bank habe er das Geld zurückbekommen, sagte Maschmeyer. Er habe den Verdacht dass die Bank das Geld aus den Fonds abgezweigt und in Cum-Ex-Geschäfte gesteckt habe.

(Reuters)