Medienkonzern - Tamedia-Gewinn steigt dank Sondereffekten

Bei der Mediengruppe Tamedia haben im vergangenen Jahr die digitalen Aktivitäten weiter an Bedeutung gewonnen. Im angestammten publizistischen Kerngeschäft setzt sich der Niedergang dagegen ungebremst fort.
13.03.2018 07:25
Schriftzug von Tamedia in Zürich.
Schriftzug von Tamedia in Zürich.
Bild: ZVG

Der Gesamtumsatz verminderte sich 2017 als Folge des immer schwieriger werdenden Printwerbemarktes um 3% auf 974,2 Mio CHF. So seien die Print-Werbeumsätze im Vorjahresvergleich um 35 Mio CHF zurückgegangen, schreibt Tamedia am Dienstag in einer Mitteilung. Der Umsatzanteil der digitalen Angebote erhöhte sich auf 37,5% von 31% im Vorjahr.

Der ausgewiesene EBIT nahm um 59,3% auf 180,7 Mio CHF zu, die EBIT-Marge betrug damit 18,6% nach 11,3% im Vorjahr. Der Anstieg ist, wie schon zum Halbjahr kommuniziert, grösstenteils auf buchhalterische Sondereffekte zurückführen. Dazu gehören ein versicherungsmathematisch tieferer Vorsorgeaufwand sowie geringere Abschreibungen auf die Druckzentren. Anders als im Vorjahr wurden zudem auf Goodwill keine Wertminderungen berücksichtigt.

Unter dem Strich verblieb ein um 39,1% höherer Reingewinn von 170,2 Mio. Den Aktionären von Tamedia stehen davon 146,9 Mio zu. Der verhältnismässig geringere Anstieg begründet sich mit einem positiven Sondereffekt im Vorjahr aus dem Verkauf bzw. der Neubewertung von Moneypark in Höhe von 25 Mio.

Auch unter Ausklammerung der Sondereffekte liegen sowohl EBIT und Reingewinn über dem Vorjahr, so die Mitteilung weiter.

Unveränderte Dividende

Die ausgewiesenen Zahlen übertreffen die Schätzungen der ZKB deutlich. Das Zürcher Kantonsinstitut hatte einen Umsatz von 952 Mio, einen EBIT von 166,6 und einen Gewinn von 109,9 Mio prognostiziert.

Im Geschäftsjahr 2017 seien die Weichen gestellt worden, um das Angebot von Tamedia weiter auszubauen: "Dank den Investitionen können wir heute bezüglich Reichweite in der Schweiz mit den internationalen Wettbewerbern mithalten. Darauf wollen wir aufbauen und unseren Werbekunden in Zukunft gemeinsam mit Neo Advertising und Goldbach ein 360-Grad-Angebot bieten", wird CEO Christoph Tonini zitiert.

Für die Aktionäre schlägt der Verwaltungsrat eine unveränderte Dividende von 4,50 CHF vor. Einen konkreten Ausblick für das laufende Jahr macht Tamedia wie gewohnt nicht.

Zu einer gewissen Veränderung kommt es im Aktionariat. Ein Mitglied der Gründerfamilie sei daran, im Rahmen seiner Nachlassplanung rund 2% der Aktien zu veräussern. Dadurch wird der Anteil der frei handelbaren Aktien auf 30,2% von 28,2% zunehmen.

An der kommenden Generalversammlung wird Iwan Rickenbacher aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Zur Zuwahl wird Sverre Munck vorgeschlagen. Der 1953 geborene Norweger ist seit Oktober 2013 Mitglied des Beirats für Medientechnologie und Innovation.

(AWP)