Mehr Gewinn, aber Geldabfluss bei Liechtensteiner Landesbank LLB

Die LLB-Gruppe hat im ersten Halbjahr den Ertrag gesteigert und etwas mehr verdient als im Vorjahr. Allerdings musste das Liechtensteiner Bankhaus erneut einen Abfluss von Kundengeldern hinnehmen.
25.08.2016 09:36
Blick auf das Zentrum der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz
Blick auf das Zentrum der liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz
Bild: Pixabay

Das Management bestätigt aber die bisherige Guidance für das Gesamtjahr. Unter dem Strich erzielte die Gruppe in der Periode von Januar bis Juni einen Reingewinn von 43,0 Mio CHF und damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Der Geschäftsertrag erhöhte sich derweil um 5,6 Prozent auf 155,1 Mio CHF.

Dabei stieg der Erfolg im Zinsengeschäft um 5,2 Prozent auf 68,3 Mio, während sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 5,5 Prozent auf 71,3 Mio verringerte. Die Bank begründet diesen Rückgang mit der Zurückhaltung der Kunden bei Börsentransaktionen. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ging auf -0,8 Mio zurück, nach einem Plus von 10,9 Mio im Vorjahr.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 7,3 Prozent auf 108,5 Mio CHF, was zu einer verschlechterten Cost-Income-Ratio von 69,8 Prozent (VJ 66,6 Prozent) führte. Der Anstieg des Aufwands ist auf höhere Personalausgaben zurückzuführen (+16 Prozent auf 65,3 Mio); diese hätten infolge des strategischen Personalaufbaus sowie Abgrenzungen für variable Vergütungen zugelegt. Der Sachaufwand blieb dagegen mit 30,3 Mio (VJ 30,5 Mio) stabil.

Geldabfluss bei grenzüberschreitendem Geschäft

Die Kundenvermögen der LLB-Gruppe betrugen per 30. Juni 45,3 Mrd nach 45,6 Mrd Ende 2015. Der Rückgang sei währungsbedingt, schreibt das Institut. Insgesamt musste die Gruppe im Halbjahr Netto-Neugeld-Abflüsse von 42 Mio (VJ Abfluss von 166 Mio) hinnehmen.

Dabei konnten im Retail & Corporate Banking Netto-Neugelder von Privat- und Firmenkunden in den beiden Heimmärkten Schweiz und Liechtenstein akquiriert werden, wie es heisst. Das Private Banking und das Segment Institutional Clients hätten dagegen im traditionell grenzüberschreitenden Geschäft einen Abfluss von Kundengeldern verzeichnet.

Die Kundenausleihungen lagen per Mitte Jahr bei 11,0 Mrd und damit auf unveränderten Niveau wie Ende 2015. Dabei erhöhten sich die Hypothekarforderungen um 1,8 Prozent auf 9,8 Mrd CHF. Die Bilanzsumme erreichte 19,6 Mrd nach 19,7 Mrd per Ende 2015.

«Solides» Jahresergebnis erwartet

Die LLB-Gruppe gibt sich in der Mitteilung zuversichtlich, dass sie weitere operative Fortschritte erzielen und ein "solides Jahresergebnis" erwirtschaften wird. "Auch im zweiten Halbjahr 2016 werden wir die Strategie StepUp2020 konsequent vorantreiben. Die Ziele stimmen, der Weg ist definiert und wir werden die Dynamik beibehalten", sagt CEO Roland Matt in der Mitteilung.

Das Institut gab ausserdem bekannt, dass der Verwaltungsrat der kommenden Generalversammlung Georg Wohlwend zur Wahl als Verwaltungsratspräsident vorschlagen wird. Er soll die Nachfolge von Hans-Werner Gasser antreten, der aufgrund der Amtsdauerbeschränkung ausscheidet. Wohlwend verfüge aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit für eine Liechtensteiner Bank, davon 14 Jahre als Mitglied der Geschäftsleitung bzw. des Group Executive Management, über ein breitgefächertes Know-how, so die Mitteilung.

(AWP)