Mehr Umsatz und GewinnGeorg Fischer soll Wachstumsziel übertreffen

Der Industriekonzern Georg Fischer hat im ersten Halbjahr klar mehr Aufträge erhalten und auch mehr verkauft als in der Vergleichsperiode des Vorjahres.
19.07.2017 08:17
Firmengebäude von Georg Fischer.
Firmengebäude von Georg Fischer.
Bild: ZVG

Der Auftragseingang legte um knapp 12 Prozent auf 2,07 Mrd CHF zu und der Umsatz um 7 Prozent auf 1,99 Mrd. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte lag der Umsatz um 8 Prozent über dem Vorjahr. Alle drei Divisionen hätten zum Umsatzwachstum beigetragen, am meisten sei aber die Division Piping Systems gewachsen, teilt Georg Fischer am Mittwoch mit.

Der EBIT erhöhte sich um 10 Prozent auf 168 Mio CHF noch etwas deutlicher als der Umsatz. Die EBIT-Marge verbesserte sich dabei um 20 Basispunkte auf 8,4 Prozent und die Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROIC) um 100 Basispunkte auf 19,2 Prozent. Beide Kennzahlen liegen damit innerhalb der im Rahmen der Strategie 2020 formulierten Zielbereiche von 8 bis 9 Prozent für die EBIT-Marge und von 18 bis 22 Prozent für den ROIC. GF sieht sich laut der Mitteilung bei der Umsetzung dieser Strategie "voll auf Kurs". Den negativen Effekt der Währungen beziffert das Unternehmen mit 40 Mio CHF beim Umsatz und 9 Mio beim EBIT.

Das Konzernergebnis zog um 12 Prozent auf 122 Mio CHF an. Der freie Cashflow vor Akquisitionen ging dagegen auf -30 Mio CHF von +25 Mio im Vorjahr zurück. Dies sei auf den Anstieg der Investitionen sowie des Umlaufvermögens zurückzuführen. Dieses legte dank des "erfreulichen" Wachstums im ersten Halbjahr - vor allem in Asien - zu. Mit den vorgelegten Zahlen hat GF die Prognosen der Analysten auf der ganzen Linie übertroffen.

Preise drücken Marge bei Automotive

Die grösste Division Piping Systems erreichte einen Semesterumsatz von 826 Mio CHF, entsprechend einem währungs- und akquisitionsbereinigten Wachstum von 12 Prozent. Der Grossteil der industriellen Anwendungen habe eine anhaltend starke Nachfrage verzeichnet, wobei die Verkäufe in Asien sowie Nordamerika am stärksten zulegt hätten, heisst es dazu. Die Nachfrage im Sektor Versorgung sei ebenfalls rege gewesen, im Speziellen im Bereich Gasversorgung in den USA und in China, während in der Haustechnik und hier insbesondere im Schiffbau neue Produkte den Umsatz "deutlich belebt" hätten. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 70 Basispunkte auf 11,7 Prozent, dies dank einer weltweit inklusive Europa guten Auslastung der meisten Produktionswerke sowie dank der im Vorjahr getätigten Akquisitionen.

Die Division Automotive steigerte den Umsatz bereinigt um 8 Prozent auf 723 Mio CHF, dank einer guten Nachfrage sowohl nach Komponenten aus Leichtmetall als auch aus Eisenguss. "Signifikant" angestiegen seien die Aufträge für Elektro- und Hybridfahrzeuge, welche im Auftragseingang bereits einen Anteil von 25 Prozent einnehmen. Die gestiegenen Rohmaterialpreise haben den Umsatz mit 2 Prozent positiv beeinflusst, dafür die Profitabilität belastet, dies wegen der nur verzögert an die Kunden weitergegebenen Preise. Die EBIT-Marge verminderte sich denn auch um 50 Basispunkte auf 7,3 Prozent. Dafür waren aber auch Anlaufkosten im neuen Leichtmetall-Druckgusswerk in den USA sowie bei einer neuen Fertigungslinie in Singen verantwortlich.

Die dritte Sparte Machining Solutions verzeichnete ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 444 Mio CHF. Die Schlüsselsektoren Luftfahrt und Mikroelektronik trugen zu diesem Wachstum bei, wobei die Nachfrage laut GF auf allen Kontinenten, besonders aber in China und den USA, lebhaft war. Die EBIT-Marge kam mit 6,3 Prozent um 70 Basispunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres zu liegen.

Zuversicht im Ausblick

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum über den Zielen der Strategie 2020. Die GF-eigene Zielsetzung für den Zeitraum bis 2020 lautet für das Umsatzwachstum 3 bis 5 Prozent. Weiter geht GF von einer klaren Steigerung der Profitabilität aus. Die Prognose steht unter der Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld nicht verschlechtert. Die erwarteten Ergebnisse lägen innerhalb der Bandbreite der Ziele der Strategie 2020.

Piping Systems profitiere von einer anhaltenden Nachfrage in den meisten der relevanten Märkte und auch die Sparte Automotive verfüge über eine sehr gute Auftragslage, heisst es weiter im Ausblick. Machining Solutions sei überdies mit einem markant höheren Bestellungseingang ins zweite Halbjahr gestartet.

(AWP)