Mehr Zeit für Auslandsinstitute - Fed winkt Banken-«Testamente» durch

US-Finanzaufseher sehen die einheimischen Grossbanken ausreichend für Pleitefälle gerüstet.
24.03.2017 16:32
Hauptsitz von Goldman Sachs in New York.
Hauptsitz von Goldman Sachs in New York.
Bild: Bloomberg

An den «Testamenten», mit denen die Institute eine für die restliche Finanzwelt risikolose Abwicklung im Fall des eigenen Zusammenbruchs sicherstellen sollen, sei nichts auszusetzen.  Das teilten die Regulierer von der US-Notenbank Fed am Freitag mit. Vier ausländische Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank , erhalten ein Jahr Aufschub.

Das grösste deutsche Finanzhaus muss das "Testament" nun wie die Rivalen Credit Suisse und UBS aus der Schweiz sowie Barclays aus Grossbritannien bis Juli 2018 einreichen. Die Behörden hätten den Instituten Richtlinien gegeben, um ihnen bei der Verbesserung ihrer Notfallpläne zu helfen, hiess es in der Mitteilung der Fed. Von den 16 auf Krisenfestigkeit geprüften US-Banken fanden die Aufseher nur bei Northern Trust Mängel, die das Institut bis Jahresende beheben soll.

Reaktionen auf die Finanzkrise

Die "Testamente" waren eine Reaktion auf die letzte grosse Finanzkrise, als der Crash der Investmentbank Lehman Brothers 2008 die Weltwirtschaft erschütterte. Erstmals hatten die Behörden 2012 detaillierte Pläne zur eigenen Abwicklung von den Geldinstituten eingefordert. Allerdings gibt es regelmässig Probleme - in der Vergangenheit wurden Banken häufig für unausgereifte Ideen gerügt. Dennoch hat US-Präsident Donald Trump jüngst ein Dekret erlassen, das zu einer erneuten Entfesselung der Finanzinstitute führen könnte.

Mit Gesetzesreformen sollte nach der Krise sichergestellt werden, dass Bankenrettungen nicht mehr den Steuerzahlern zur Last fallen. Systemrelevante Institute, die so gross sind, dass ihr Kollaps das ganze System gefährdet - sind im Zuge der Finanzkrise auch in Deutschland und Europa ein grosses Thema gewesen. Als "Too Big to Fail" ("Zu gross zum Scheitern") gelten Firmen, deren Insolvenz die Volkswirtschaft mit höheren Kosten belasten würde als ihre Rettung.

(AWP)