Meyer Burger braucht erneut Geld

Der Thuner Solarzulieferer Meyer Burger muss sein Aktienkapital zum zweiten Mal innert Monaten erhöhen. Gleichzeitig gab das Unternehmen für 2013 einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe bekannt.
20.03.2014 07:32
Von Pascal Meisser
Die Sonne scheint noch nicht für Meyer Burger.
Die Sonne scheint noch nicht für Meyer Burger.
Bild: cash

Meyer Burger will aus bestehendem genehmigten Kapital bis zu 4,8 Millionen Namenaktien bei Investoren platzieren, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Mit den bestenfalls zufliessenden 80 Millionen Franken soll die Bilanz und Liquidität des Thuner Solarzulieferers gestärkt werden. Meyer Burger hat ein Bankensyndikat mit der Credit Suisse und der UBS beauftragt, die Aktien im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens bis voraussichtlich am 20. März 2014 zu platzieren. 

Nötig gemacht hat diese zweite Kapitalerhöhung innerhalb von nicht einmal einem Jahr das rabenschwarze Geschäftsjahr 2013, deren Zahlen das Unternehmen vorzeitig publiziert hatte. Auf Stufe Ebit erzielte Meyer Burger einen Verlust von 196,8 Millionen Franken (Vorjahr 128 Millionen). Noch im vergangenen Dezember hatte das Unternehmen bei einer Gewinnwarnung mit einem Ebit zwischen -170 und -190 Millionen Franken gerechnet. 

Unter dem Strich resultierte ein Fehlbetrag von 162,8 Millionen Franken. Im Jahr zuvor hatte der Solarindustriezulieferer ein Minus von 110,7 Millionen Franken verbucht. Die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der Rechnungslegung auf Swiss GAAP FER von IFRS angepasst.

Massiver Umsatzrückgang

Der Nettoumsatz fiel 2013 auf 202,7 Millionen Franken (Vorjahr 645,2 Millionen). "Dieser Wert liegt unter den Unternehmenserwartungen zu Jahresbeginn, ist aber zu einem grossen Teil darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage später im Jahr zugenommen hatte als erwartet und die Mehrheit der neuen Aufträge im Berichtsjahr 2013 erst gegen Jahresende erteilt wurde", schreibt Meyer Burger in der Mitteilung. Diese seien somit in der Berichtsperiode nicht mehr umsatzwirksam

Die Gruppe verfüge mit einer Eigenkapitalquote von rund 52% und flüssigen Mitteln in Höhe von 173,2 Mio CHF per 31. Dezember 2013 über ausreichende Finanzkraft, um ihren Technologievorsprung und die Entwicklung der verschiedenen Märkte sicherzustellen, heisst es weiter.

Auch für 2014 rechnet das Meyer Burger-Management mit einem Verlust auf Stufe EBITDA. Eine Rückkehr zu profitablen Ergebnissen auf Stufe EBITDA sei frühestens für 2015 absehbar, heisst es weiter. Das Unternehmen geht von einem weiter steigenden Trend bei der installierten Photovoltaik-Leistung aus. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das Management in Bezug auf Umsatz und Ergebnis insbesondere in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr.

Die Aktie von Meyer Burger schloss am Mittwoch fast 3 Prozent höher auf 16,95 Franken. In den letzten 52 Wochen hat der Titel in Erwartung einer Erholung der Solarbranche 170 Prozent zugelegt. 

(mit Material von AWP)