Meyer Burger: Ja zur Kapitalerhöhnung - Aktie taucht

Die Aktionäre des Solarindustriezulieferers Meyer Burger stimmten am Freitag auf einer ausserordentlichen Generalversammlung einer Kapitalerhöhung mit grossem Mehr zu. Die Aktie schmiert ab.
02.12.2016 14:15
Die glänzende Fassade täuscht: Meyer Burger stand vor der ao GV finanziell am Abgrund.
Die glänzende Fassade täuscht: Meyer Burger stand vor der ao GV finanziell am Abgrund.
Bild: cash

Das mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfende Unternehmen will sich durch die Ausgabe von neuen Aktien rund 160 Millionen Franken holen. Die Aktionäre erhalten je Aktie fünf handelbare Bezugsrechte. Je ein Anrecht berechtige vom 7. bis zum 15. Dezember zum Bezug einer neuen Aktie für je 0,36 Franken. Erster Handelstag sei der 20. Dezember. Die Kapitalerhöhung wird von Credit Suisse und UBS abgewickelt.

Die Aktionäre segneten auf der Generalversammlung ausserdem die Erhöhung von genehmigtem und bedingtem Kapital ab. Vor einer Woche hatten bereits die Obligationäre dem Vorschlag der Firma zur Änderung der Rückzahlungs- und Wandelbedingungen zugestimmt.

Die Beteiligungsgesellschaften Veraison Capital und zCapital haben sich Firmenangaben zufolge verpflichtet, bis zu 90,1 Millionen Aktien, die nicht anderweitig platziert werden können, zum Bezugspreis fest zu übernehmen.

Verlängerte Kreditverträge

Meyer Burger räumte zudem mit der Verlängerung bestehender Kreditverträge eine weiteres Hindernis aus dem Weg. Ein im April 2017 fällig werdender Hypothekarkredit von 30 Millionen Franken sowie eine Garantiefazilität von neu 60 Millionen Franken seien für jeweils drei Jahre unterzeichnet worden.

"Damit macht Meyer Burger einen grossen Schritt in Richtung Sanierung", sagt ein Händler. Die wesentliche Frage sei, ob die Aktionäre letztlich auch die neuen Titel zeichneten, erklärt Michael Foeth von der Bank Vontobel. Zudem muss auch der Energiemarkt mitmachen. "Der mittelfristige Ausblick für Solaranlagen bleibt ungewiss", sagte Foeth.

An der Börse wurde die Zustimmung der Aktionäre zunächst mit steigenden Kursen quittiert. Der Titel bröckelte dann an der schwächeren Schweizer Börse aber ab und steht um 14.15 Uhr mit 3,1 Prozent bei 2,47 Franken deutlich im Minus.

Meyer Burger kämpft seit längerem gegen eine Nachfrageflaute in der Solarindustrie und schreibt rote Zahlen. Operativ ist die Firma im ersten Halbjahr 2016 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Unter dem Strich resultierte nach neun Monaten aber ein Verlust von 40,9 Millionen Franken.

(Reuters)