Meyer Burger sucht verzweifelt Grossaufträge

Meyer Burger hat zwei neue Aufträge an Land gezogen. Ihr Gegenwert von insgesamt 5 Millionen Franken ist vernachlässigbar. Früher hätte das Solarzulieferunternehmen solche Aufträge gar nicht erst gemeldet.
26.07.2013 09:33
Von Lorenz Burkhalter
Meyer Burger sucht verzweifelt Grossaufträge
Bild: cash

Es ist kein Geheimnis, dass Meyer Burger schon bessere Zeiten gesehen hat. In guten Jahren erzielte der Solarzulieferer einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Franken. Dieses Jahr soll dieser noch 400 Millionen Franken betragen. Überkapazitäten, Handelsbarrieren und Subventionskürzungen belasten die Rechnung.

Wie verzweifelt man am Hauptsitz im bernischen Gwatt mittlerweile ist, zeigt eine gestern Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlichte Pressemitteilung. Dieser zufolge hat das Unternehmen zwei neue Aufträge an Land gezogen. Einerseits einen Auftrag von Sunsolar Energy in Grossbritannien und andererseits einen von Gigastorage in Taiwan. Ihr Gesamtwert: Umgerechnet gerade mal 5 Millionen Franken.

In der Vergangenheit hätten Aufträge in dieser Grössenordnung zum Tagesgeschäft gehört und wären bestimmt keine Pressemitteilung wert gewesen. Und an der firmeneigenen Umsatzprognose für das laufende Jahr gemessen fragt man sich, wieso sich Meyer Burger wegen eines Mini-Auftrags an die Investorengemeinde wandte.

Pressemitteilung ein Zeichen von Verzweiflung?

Erhofft sich der Solarzulieferer davon Signalwirkung für noch zögernde Grosskunden? Oder versucht er den zuletzt wieder vor sich hin darbenden Aktienkurs zu beleben?

Sicher ist, dass Meyer Burger in der zweiten Jahreshälfte auf Grossaufträge angewiesen ist, um die eigene Umsatzprognose erfüllen zu können. In einem Kommentar schreibt die Credit Suisse, dass die Prognose selbst im Fall eines Grossauftrags im Umfang von 50 bis 70 Millionen Franken verfehlt werden könnte. Mit einer nachhaltigeren Verbesserung der Auftragslage rechnet der verantwortliche Experte sogar erst ab dem kommenden Jahr.

Meyer Burger bleibt damit weiterhin ein Schatten seiner selbst, obschon der einstige Börsenliebling an der Börse noch immer mit 520 Millionen Franken bewertet wird.

Zur Stunde reagieren die Aktien von Meyer Burger an der SIX mit einem Kursplus von 1,8 Prozent auf 6,28 Franken auf die beiden kleineren Aufträge. Händler berichten von leicht überdurchschnittlichen Handelsaktivitäten.