Milliardenstrafe für Deutsche Bank lässt CS- und UBS-Aktien tauchen

Eine drohende Milliardenbusse für die Deutsche Bank wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt belastet am Freitag auch die Aktien der Schweizer Grossbanken.
16.09.2016 11:55
Droht der Deutschen Bank (im Bild die Zentrale in Frankfurt) Ungemach?
Droht der Deutschen Bank (im Bild die Zentrale in Frankfurt) Ungemach?
Bild: cash

Gegen Credit Suisse und UBS laufen in den USA  ähnliche Verfahren wie gegen den deutschen Branchenprimus, dem vom amerikanischen Justizministerium (DOJ) eine 14 Milliarden Dollar schwere Strafe droht. Weil Investoren deshalb auch eine hohe Zahlung für andere Institute fürchten, büssten die Credit Suisse-Papiere in der Spitze bis zu 5 Prozent ein. UBS-Aktien fielen um bis zu 2,7 Prozent. "Das ist normal, dass die Aktien verlieren, wenn so ein Fall in die Medien kommt", sagt Vontobel-Analyst Andreas Venditti. Der europäische Branchenindex verliert 1,4 Prozent an Wert.

Allerdings rechne er auch bei der Deutschen Bank letztlich nicht mit einer Zahlung von 14 Milliarden Dollar. "Es ist das übliche Spiel, dass das DOJ spielt - nicht nur in diesem Fall. Das DOJ kommt mit einer sehr hohen Forderung, die Gegenpartei schlägt eine wesentlich tiefere Zahl vor und man einigt sich am Schluss irgendwo dazwischen", sagt er.

Zwei-Milliarden-Strafe erwartet

Die Experten von J..P Morgan hatten am Donnerstag für UBS und Credit Suisse jeweils eine Strafe von rund zwei Milliarden Dollar erwartet. Für beide Institute zählen die Fälle am US-Hypothekenmarkt zu den grössten noch offenen Rechtsstreitigkeiten. Viele Grossbanken hatten dort Hypotheken an mittellose Familien vergeben. Die Risiken wurden anschliessend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken hohe Gebühren in die Kasse spülten. Als der Markt 2007 kollabierte, erwiesen sich diese Bonds als wertlos. Viele der Käufer fühlten sich über den Tisch gezogen und klagten erfolgreich gegen die Banken.

Sollte auf die beiden Schweizer Grossbanken tatsächlich eine Strafe von zwei Milliarden Dollar zukommen, dürften die derzeitigen Rückstellungen nach Einschätzung von Vontobel-Analyst Venditti nicht ausreichen: UBS hatte zum Halbjahr für Hypotheken-Streitigkeiten 988 Millionen Dollar zurückgestellt, konzernweit lagen die Vorsorgen für Rechtsrisiken bei 2,7 Milliarden Franken. Bei Credit Suisse betrugen die Rückstellungen Ende 2015 rund 1,6 Milliarden Franken. Am Freitag wollten sich beide Banken nicht zu den offenen Rechtsfällen äussern.

(Reuters)