Mischen Finanzinvestoren die Bundesliga auf?

In der Fussball-Bundeliga gehen spielerischer und wirtschaftlicher Erfolg Hand-in-Hand. Der Berenberg Bank zufolge könnten ausgerechnet Investoren das Kräfteverhältnis durcheinander bringen.
06.02.2015 08:26
Von Lorenz Burkhalter
Finanzinvestoren könnten das Kräfteverhältnis in der Fussball-Bundesliga kräftig durcheinander bringen.

Die Fussball-Fans dürften aufatmen: Seit Ende Januar rollt der Ball in den Stadien der Deutschen Fussball-Bundesliga wieder. Die Winterpause ist überstanden.

Das Herz der Fans schneller schlagen lassen dürfte auch die wirtschaftliche Situation vieler Vereine. Denn diese gestaltet sich so gut wie selten zuvor.

Gemäss einer Studie der Berenberg Bank wuchs die Fussball-Bundesliga in den letzten fünf Jahren um gut 6 Prozent und damit so stark wie keine andere europäische Top-Liga.

Das Wachstum stellt die deutschen Fussball-Vereine jedoch vor neue Probleme. Der Berenberg Bank zufolge muss die externe Kapitalaufnahme als wichtiger Schlüssel zum sportlichen Erfolg gesehen werden. Starke Geldgelber seien deshalb potenziell in der Lage, die gewachsene Finanzkraftordnung und damit wohl auch das sportliche Kräfteverhältnis in der Fussball-Bundesliga gehörig durcheinander zu bringen.

Nationaler und internationaler Wettbewerb

Dank dem starken Wachstum der letzten Jahre liege Deutschland in der Umsatzrangliste mittlerweile auf Rang zwei hinter England, so ist der Studie zu entnehmen.

Doch der Wettbewerb sei hart, sowohl innerhalb der Bundesliga als auch zwischen den europäischen Top-Ligen. Den Studienverfassern zufolge sind Vereine deshalb gezwungen, bei der Finanzierung neue Wege zu beschreiten. Doch nicht alle Finanzierungsquellen seien für die Klubs gleichermassen geeignet.

Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten

Bei der Berenberg Bank wird Finanzierungsformen wie strategischen Partnerschaften mit Sponsoring-Unternehmen, Mäzenatentum oder der "Forfaitierung" von Marketing-Rechten die beste Zukunft zugetraut.

Daneben dürften aber auch Finanzinvestoren eine wichtige Rolle spielen, so schreibt sie. Allerdings seien diese bekannt dafür, nur bei attraktiven Gelegenheiten zuzugreifen. Dennoch seien gerade solch starke Geldgeber in der Lage, das Kräfteverhältnis in der Fussball-Bundesliga gehörig durcheinander zu bringen. Ob die Liga dadurch ausgeglichener werde oder ob sich die Leistungsschere weiter öffne, sei aber noch völlig offen.

Beim Fussball geht es schon eine ganze Weile nicht nur mehr um den Sport. Die Sportart ist weltweit nicht nur für die Vereine zu einem Milliardengeschäft geworden. Gut möglich, dass in Zukunft vermehrt auch Finanzinvestoren in diesem Geschäft mitmischen wollen.